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Ein Beutel soll die Weltmeere vor Plastikfasern schützen

08.11.2017 Lesezeit 2 Min

Weil Mikrofasern beim Waschen abbrechen und ins Abwasser gelangen, schadet synthetische Kleidung der Umwelt. Berliner Unternehmer haben dafür eine Lösung gefunden: einen Beutel, der die Plastikfasern auffängt.

Synthetische Kleidung schadet der Umwelt bei jedem Waschgang. Denn Mikrofasern, die durch Reibung in der Trommel abbrechen, schaffen es mühelos durch Filter von Waschmaschinen und Kläranlagen. Einmal ins Meer gelangt, werden die Plastikfasern dort zum Träger von Krankheitserregern und führen zu Infektionen, geringerem Fortpflanzungserfolg oder gar Hungertod der Fische und Wasservögel, die sie mit ihrer Nahrung aufnehmen.

Dieses Problems sind sich auch Alexander Nolte und Oliver Spies bewusst. Die beiden Berliner Unternehmer setzen sich zwar aktiv gegen die Verschmutzung der Meere ein, bieten online und in den Shops ihres Unternehmens Langbrett nachhaltige Produkte für Outdoor-Sportler an. Doch sie verkaufen eben auch Kleidung aus synthetischen Fasern – Wetsuits oder Funktionsjacken etwa. „Als wir für unseren Blog eine Meeresaktivistin interviewt haben, wurde uns klar, dass wir Teil des Problems sind“, sagt Nolte.

Die beiden beschlossen, nach einer einfachen, praktischen Lösung zu suchen. „Wir haben mit verschiedenen Filtern experimentiert, erst in der eigenen Dusche, dann zusammen mit Forschern in wissenschaftlichen Instituten“, sagt Spies. So entstand der Guppyfriend: ein recycelbarer Beutel aus unbehandeltem Polyamid 6.6, in dem man seine Kleidung in die Waschmaschine steckt und der alle abbrechenden Plastikfasern auffängt.


„Gleichzeitig mussten wir aber gewährleisten, dass er Wasser, Lauge und Verschmutzungen durchlässt“, sagt Spies. Tests etwa mit Schokolade- und Ketchup-Flecken hat der Beutel erfolgreich bestanden. Und weil durch seine glatte Oberfläche beim Waschen weniger Fasern abbrechen, schützt der Beutel sogar die Kleidung selbst.

Zu kaufen gibt es den patentierten Guppyfriend online und in ausgewählten Geschäften. Der Erlös geht in die weitere Erforschung des Problems. „Händler dürfen den Beutel nur anbieten, wenn sie auch darüber hinaus auf das Thema aufmerksam machen oder ihre Produkte nachhaltiger gestalten“, sagt Nolte. „Allein mit einem Waschbeutel ist das Problem nicht gelöst. Es braucht auch ein Umdenken bei Industrie und Politik.“