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Intel entwickelt seine Datenbrille nicht weiter

WIRED Staff 19.04.2018 Lesezeit 2 Min

Der Chip-Hersteller Intel gibt mangels Marktmöglichkeiten sein Projekt für eine Augmented-Reality-Brille auf. Medienberichten zufolge fehlte es an Partnern in anderen Industriezweigen. Das Unternehmen verliert damit eine wichtige Möglichkeit für den Wearable-Markt — und das, obwohl bereits vielversprechende Prototypen vorhanden waren.

Die Marktdynamik, so Intel, führt dazu, dass einige Projekte der Sparte Zukunftstechnologien keine weiteren Investitionen erhalten. Ein Opfer dieser Einsparungen ist nun Projekt Superlight, das die Vaunt zumindest als Prototyp hervorgebracht hatte: Eine Brille mit integriertem Augmented Reality Display, das Informationen per Laser direkt auf die Netzhaut des Nutzers projizieren konnte, ohne dass andere Menschen diese sehen konnten.

Wie The Verge schreibt, war von vornherein unklar, welchen Weg das Produkt Vaunt auf den Markt finden würde: Als mögliche Partner haben Firmen wie Oakley oder Tag Heuer bereits mit Intel bei Wearables zusammengearbeitet, für die Brille waren Optiker vorgesehen, um bereits bestehende Vertriebskanäle zu nutzen. Vorteil der Vaunt war laut ihren Herstellern gegenüber Produkten wie Google Glass das Fehlen einer Kamera und die unauffällige Technologie, die kompakt im Rahmen der regulär aussehenden Brille verschwand.

Intel bringt seine Chips und andere Produkte normalerweise nicht selbst an die Kunden, sondern lässt diese in Geräten von Partnern einbauen. Aktuell hat das Unternehmen, das kürzlich von Samsung als größter Halbleiterhersteller der Welt abgelöst wurde, mit Problemen zu kämpfen: Zum einen ist der Spectre-Bug noch immer nicht gänzlich gelöst, zum anderen hat Apple offenbar Pläne, sich die Chips für seine Geräte künftig anders zu beschaffen. Intel trennt sich indes mit dem Entwicklungsstopp der Vaunt Smart Glasses auch von einem Teil der 200 Mitarbeiter, die daran gearbeitet hatten.