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Adblock Plus: Werbeblocker bleiben in Deutschland legal

WIRED Staff 18.08.2017 Lesezeit 2 Min

Die Nutzung von Adblock Plus ist weiterhin zulässig. Zu diesem Entschluss kommt das Oberlandesgericht München im Streit zwischen mehreren Verlagen und dem Adblock-Entwickler Eyeo. Eine Revision dürfte das Verfahren letztlich vor den Bundesgerichtshof bringen.

Die Süddeutsche Zeitung, Pro-Sieben-Sat.1 und IP Deutschland, eine RTL-Tochter, hatten gegen das Kölner Unternehmen Eyeo und sein Adblock Plus geklagt. Da Eyeo keine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt hält, sei ein kartellrechtliches Verbot nicht möglich. Außerdem ist für das Gericht der Umgang der klagenden Unternehmen mit Adblock-Nutzern eine schlichte Einwilligung: Die Betreiber lassen nämlich Leser mit aktiviertem Adblocker auf ihre Seiten und haben lediglich eine als Bitte formulierte Aufforderung, diese Werbesperre abzuschalten. Nur die Süddeutsche Zeitung hat seit Oktober 2016 eine aktive Adblockersperre.

Es ist nicht der erste Prozess deutscher Verlagsunternehmen gegen Eyeo: Der Axel-Springer-Verlag hatte im Sommer 2016 am Oberlandesgericht Köln gegen das Geschäftsmodell des Werbeblockers geklagt und in Teilen Recht erhalten. Während das generelle Blockieren von Werbung für zulässig befunden wurde, durfte das Adblock-Unternehmen von dem Verlag kein Geld für das Whitelisting im Acceptable-Ads-Programm verlangen.

Auch in diesem Prozess kam das bezahlte Whitelisting von unaufdringlichen Anzeigen wieder zur Sprache. Dieses ist für das Oberlandesgericht München allerdings, anders als von den Verlagen dargestellt, keine verbotene aggressive Werbung.

Bislang hatte Adblock Plus vor allen Gerichten gegenüber den klagenden Verlagen Erfolg, die ihr Geschäftsmodell bedroht sehen. Als nächstes wird sich wohl der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen — eine Revision für diese nächsthöhere Stelle wurde zugelassen, da sich das Urteil von München von dem aus Köln unterscheidet. Eyeo-Geschäftsführer Till Faida hofft dennoch, mit Verlagen und Website-Betreibern auch außerhalb des Gerichtssaals in einen konstruktiven Dialog treten zu können.