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Gebrauchtwagenhändler verklagen Auto1

WIRED Staff 05.02.2018 Lesezeit 2 Min

Europas zweitgrößtes Startup hat Ärger vor dem Gericht: Dutzende Gebrauchtwagenhändler fühlen sich von Auto1 über Mängel an Fahrzeugen hinweggetäuscht, die das Unternehmen von Privatkunden eingekauft und an kommerzielle Anbieter weitervermittelt hat.

Wie Spiegel Online berichtet, gibt es mehr als 90 laufende oder abgeschlossene Verfahren gegen das Berliner Startup Auto1 vor den beiden zuständigen Gerichten. Viele Gebrauchtwagenhändler haben demnach vor dem Landgericht Berlin und dem Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg erstinstanzliche Prozesse eröffnet, weil sie der Ansicht sind, das Startup habe sie vor dem Kauf nicht über bestehende Mängel an Fahrzeugen informiert. Sie wollen jetzt entschädigt werden. Ein Händler gab an, etwa über ein kaputtes Hinterachsdifferenzial bei einem gebrauchten Mercedes nicht informiert worden zu sein.

Auto1 ist nach einer Großinvestition des japanischen Unternehmens Softbank im Januar 2018 mit 2,9 Milliarden Euro bewertet und damit Europas zweitwertvollstes Startup — nach Spotify. In Deutschland kennen Endnutzer es unter der Plattform Wirkaufendeinauto.de, in inzwischen 30 europäischen Ländern betreibt das Berliner Unternehmen ähnliche Portale. Langfristiges Ziel des schnell expandierenden Startups sind europaweit zehn Prozent Marktanteil.

Gegenüber dem SPIEGEL teilte Auto1 im Bezug auf die laufenden Gerichtsverfahren mit, dass es schwierig sei, auf pauschale Gerüchte und Einzelaussagen im Detail einzugehen. Natürlich könnten Fehler passieren, der Erfolg spreche aber für das Unternehmen. Da Auto1 Autos zwar von Privatpersonen einkauft, diese dann aber nicht selbst an den Endkunden liefert, ist sein Ruf in der Händlerbranche wichtig: Als Zwischenhändler lebt Auto1 auch vom Vertrauen der Händler. Ohne diese müsste es sein Geschäftsmodell deutlich verändern.