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Frank Thelen: „Ich habe Startups zu oft scheitern sehen"

WIRED Editorial 28.09.2017 Lesezeit 2 Min

Er war gescheitert, dann kam der Erfolg. Jetzt wird er sogar auf der Straße erkannt: „Höhle der Löwen“-Juror Frank Thelen ist einer bekanntesten Startup-Investoren Deutschlands. WIRED hat ihn am Set besucht.

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Die Entscheidung, in ein Startup zu investieren, falle ihm nie leicht, sagt Thelen im Gespräch mit WIRED. Nach einem Deal sei er zwar jeweils euphorisch, „aber es ist eine große Last“, sagt er. „Ich habe plötzlich ein neues Startup, doch ob das geil wird?“ Sein kleiner mentaler Trick: Er schreibe das Geld im Prinzip gleich ab. „Ich glaube in dem Moment nicht an den wirtschaftlichen Erfolg. (…) Ich habe Startups zu oft scheitern sehen.“

Ein solches Scheitern hat er selbst erlebt. Als eines seiner ersten Unternehmen Pleite ging, hatte Thelen Schulden in Millionenhöhe. Damals habe er sich gefühlt, als habe er seine Eltern betrogen. „Sie haben mich doch aufgebaut, und ich komme mit einer Million Schulden.“ Er habe das auch körperlich gespürt und mit Stoßnasenbluten reagiert. „Ich hatte das noch viele Jahre nachher. Ich war völlig neben mir“, erzählt Thelen. Er war Mitte 20 und sah sich ganz unten. Erst mehr als ein Jahrzehnt später, 2008, gelang ihm schließlich der Durchbruch, als er eines seiner Unternehmen für einen zweistelligen Millionenbetrag an Fujifilm verkaufte.

Heute investiert Thelen sein eigenes Geld. Darum geht es bei seinen Investments auch nicht um Milliarden, sondern meist um ein paar hunderttausend Euro. „Die Leute müssen begreifen, dass das unser Geld ist“, sagt Thelen und meint damit sich und seine Partner bei seiner Investmentfirma Freigeist Capital. „Ich muss mit meinen Deals meine Familie ernähren.“

Thelen versteht sich als Brückenbauer, der Startups mit seinem Netzwerk verbinden will. Einige Food-Gründer hat er so bereits groß gemacht. Auch vor risikoreichen Tech-Investments schreckt er nicht zurück, unterstützte als erster das elektrische Flugzeug Lilium aus München. „Mein Partner Alex Koch hat die Idee des Flugzeugs durchgerechnet, um zu sehen, ob es wirklich fliegen kann.“ Anfang September sammelte das Projekt 90 Millionen Dollar neues Kapital ein. Der Erfolg gibt ihm Recht und macht ihn zum Vorbild für Gründer: „Ich kriege so viele E-Mails, in denen jemand schreibt: ,Deinetwegen habe ich gegründet.‘“ 

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