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25 Millionen Euro für den Volocopter aus Bruchsal

WIRED Editorial 01.08.2017

Mit dem Taxi mal eben zum Termin fliegen. Ginge es nach dem Startup Volocopter, wäre das schon längst Realität. Jetzt haben Investoren wie Daimler 25 Millionen Euro in das Unternehmen aus Bruchsal gesteckt und der Traum vom fliegenden Taxi als öffentliches Verkehrsmittel rückt ein Stückchen näher.

Ihre Mission lautet: Jedem Menschen das Fliegen zu ermöglichen und modernen Städten dabei zu helfen, ihre wachsenden Mobilitätsprobleme zu lösen. Damit hat das Bruchsaler Startup Volocopter nun sowohl Daimler, als auch den Berliner Gründer und Risikokapitalgeber Lukasz Gadowski überzeugt. Sie investieren, gemeinsam mit weiteren Geldgebern, die unbenannt bleiben, insgesamt 25 Millionen Euro in die Volocopter GmbH.

„Wir waren schon lange mit Daimler und Lukasz Gadowski im Gespräch. Mit dem Kapital werden wir die Company für die Zukunft rüsten und vor allem erstmal unser Team vergrößern,“ sagt Mitgründer Alexander Zosel im Gespräch mit WIRED. Bisher finanzierte sich das Unternehmen aus einer Mischung aus Crowdfunding, Eigenkapital oder kleineren Investitionen. 30 weitere Mitarbeiter sollen das 20-köpfige Team bis Ende des Jahres erweitern.

Das ist auch nötig, denn ein Team von Volocopter muss regelmäßig nach Dubai reisen. In dem Emirat startet noch dieses Jahr eine fünfjährige Testphase für das Volocopter-Taxi. Dubai fördert den Einsatz von autonomen Fluggeräten besonders stark und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden dort und dem deutschen Startup hier ist eng.

Damit wird in Dubai ein Mobilitätskonzept erprobt, das in naher Zukunft auch in anderen Städten Wirklichkeit werden könnte, auch in Deutschland. „Unser Ziel ist es, dass der Volocopter ein öffentliches Verkehrsmittel wird, wie eine Straßenbahn. Nur dass er kleinteiliger und flexibler ist und mit sehr viel wenig Infrastruktur auskommt,“ sagt Zosel.

Ob es mit dem neuen Investitionsschub in die Volocopter GmbH bald ganz normal sein wird, mit dem Taxi durch die Luft zu fliegen, anstatt auf den Straßen zu fahren, müssen die zuständigen Behörden entscheiden. „Wir haben nicht das Gefühl, dass wir bei der Politik gegen Wände laufen“, sagt Zosel. „Im Gegenteil: Sie steht unserem Konzept aufgeschlossen gegenüber.“ Kommendes Jahr wird es sogar eine Zulassung für bemannte elektrobetriebene Multikopter in Deutschland geben, sagt Zosel, dazu zählt auch der Volocopter. Es wäre die erste Zulassung für diese Fluggerät-Kategorie weltweit.

Auf die deutschen Behörden wird Volocopter aber nicht warten, das zeigt nicht nur die Zusammenarbeit mit Dubai. „Wir verstehen uns als globalen Player und internationales Unternehmen, das Fluggeräte ,made in Germany‘ herstellt. Wir sind nicht primär auf Deutschland fokussiert“, sagt Zosel. Fliegende Taxis sind vor allem eine Lösung für Megacities, in denen die Straßen während der Rush Hour stundenlang voll gestopft sind. Probleme, die es in Deutschland in dieser Intensität nicht gibt.

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