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Fitness-App Toplife.Zone: Wetten gegen den inneren Schweinehund

Elisabeth Neuhaus, Gründerszene 06.01.2017

Die Teilnahme am Fitness-Programm der App Toplife.Zone kostet 30 Euro. Wer durchhält, bekommt sein Geld zurück. Wer es nicht schafft, hilft beim Finanzieren der Entwicklungskosten.

Im neuen Jahr mehr Sport machen! Wer sich diesen Vorsatz auf seine To-Do-Liste für 2017 geschrieben hat, dem könnte eine App von zwei Wiener Gründern dabei helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden. Die Anwendung gibt ein 30-tägiges Fitness-Programm vor. Wer es übersteht, bekommt seinen Wetteinsatz in Höhe von 30 Euro zurück. Wer die Aufgaben nicht schafft, verliert ihn.

Toplife.Zone soll Nutzer dazu motivieren, am Ball zu bleiben. Dazu gibt es einen Trainingsplan, der auf Übungen mit dem eigenen Körpergewicht basiert. Für Disziplinierte ist die App gratis, Abbrecher finanzieren die Entwicklungskosten. Schummler soll der Algorithmus entlarven: Ein Trainingstag besteht aus verschiedenen Übungen mit Wiederholungen. Jeder Satz muss bestätigt werden, die mitgestoppte Zeit wird an Toplife übermittelt. Ergeben sich dabei signifikante Abweichungen gegenüber bereits geleisteten Übungszeiten oder den Zeiten anderer Nutzer, wird der Betrüger disqualifiziert und der Wetteinsatz einbehalten.

Hinter der App stehen die Österreicher Kevin Seebacher und Luka Iljadica. Vor etwas mehr als einem Jahr legten die beiden eine Facebook-Seite an, auf der sie anfangs kostenlose Trainingspläne teilten und sich mit den Fans der Seite gegenseitig zu Fitness-Einheiten, sogenannten Challenges, anspornten. „Uns hat oft die Motivation gefehlt, unsere sportlichen Ziele bis zum Ende durchzuziehen. Das wollten wir mit der Seite ändern“, so Seebacher, der hauptberuflich bei der Wiener Sportplatz-Plattform Eversports arbeitet. Die Trainingspläne stammen von Bekannten – ausgebildeten Personal-Trainern und Sportstudenten. Um eine App finanzieren zu können, begannen Seebacher und Iljadica, der selbstständiger Android-Entwickler ist, die Challenges mit einem Wetteinsatz zu verknüpfen.

Die Toplife-App steht nun seit vier Wochen im Google Play Store. Bislang hätten einige hundert Nutzer mitgemacht und die 30 Euro gezahlt, so Seebacher. Ohne Wetteinsatz habe die Abbruchrate bei über 95 Prozent gelegen, erklärt der Gründer, mit Einsatz nur noch bei „einem kleinen Prozentanteil davon“.

Eigentlich sollen die Teilnehmer 30 Tage durchhalten, um am Ende zufrieden aus dem Programm herauszugehen. Wenn aber alle erfolgreich sind, verdienen die Gründer kein Geld. Seebacher gibt sich idealistisch: „Unser primäres Ziel ist es, dass unsere User das Produkt gut finden und damit Erfolge erzielen.“ Außerdem werde versucht, Nutzer dauerhaft zu gewinnen und sie zu weiteren Einheiten zu motivieren. Der Gründer bestätigt, dass es bereits andere Pläne gebe, um mit der App Umsätze zu generieren. Welche das sind, will er nicht verraten.

Um sich hauptberuflich um Toplife zu kümmern, werfe das Projekt derzeit noch zu wenig ab, sagt Seebacher. Ziel sei es, so früh wie möglich in Vollzeit daran arbeiten zu können. Ihre Facebook-Seite nutzen die Gründer nach wie vor als Kanal zur Kundenakquise. Sie zählt inzwischen fast 59.000 Fans.

Nach dem Wett-Prinzip funktioniert auch die US-Plattform DietBet. Hier zahlen mehrere Teilnehmer ihre Einsätze in einen Topf, der anschließend unter den Gewinnern aufgeteilt wird. HealthyWage verspricht erfolgreichen Kilo-Killern Geldpreise von bis zu 10.000 US-Dollar. Bei Pact kann man sowohl auf die Einhaltung von Trainingszielen als auch auf Änderungen von Essgewohnheiten wetten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Gründerszene.
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