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Facebook muss wegen WhatsApp 110 Millionen Euro Strafe zahlen

WIRED Staff 19.05.2017

Bei der Übernahme von WhatsApp soll Facebook gegenüber den Nutzern falsche Angaben bezüglich der Verwendung ihrer Daten gemacht haben. Dafür hat die EU-Kommission das Unternehmen jetzt mit einer Geldstrafe von 110 Millionen Euro belegt. Die Höhe Zahlung soll eine Signalwirkung für künftige kartellrechtlich relevante Firmenfusionen haben.

Bei der Übernahme von WhatsApp im Jahr 2014 hatte Facebook noch versprochen, die Daten der Nutzer beider Dienste nicht verbinden zu wollen und somit die Privatsphäre der WhatsApp-Kunden zu wahren. Wie die New York Times berichtet, hatte die Ankündigung der Datenteilung der beiden Dienste im Sommer 2016 zum Verfahren der EU gegen Facebook geführt.

Die EU-Kartellkommissarin Margrethe Vestager teilte mit, dass ihre Behörde für deren Arbeit bei Fusionen akkurate Angaben von Firmen benötigt. Daher wurde Facebook für seine falschen Angaben bezüglich der späteren Datenweitergabe nun hart bestraft.

Facebook gibt zu dem Vorgang an, beim Kauf von WhatsApp noch keine Pläne für die Datenweitergabe gehabt zu haben. Die Strafzahlung anfechten will der Konzern nicht. Zudem habe die Kommission bestätigt, dass die Weitergabe der Daten die Entscheidung der Kartellwächter, der Fusion zuzustimmen, nicht beeinträchtigt hätte.

Es ist in dieser Woche nicht die einzige Strafe, die Facebook in Europa zahlen muss: In Frankreich stehen 150.000 Euro dafür aus, dass Nutzer laut den dortigen Behörden nicht genug Kontrolle über die Verwendung ihrer Daten haben. In Deutschland hatte ein Gericht die Weitergabe von WhatsApp-Daten an Facebook untersagt. Hier will das Unternehmen allerdings noch in Berufung gehen — das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen.

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