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Facebook schränkt Zusammenarbeit mit Datenhändlern ein

WIRED Staff 29.03.2018

Als Reaktion auf den Datenskandal um Cambridge Analytica will Facebook die Zusammenarbeit mit mehreren großen Datenhändlern einstellen. Die Maßnahme soll jedoch erst im Lauf von sechs Monaten umgesetzt werden.

Facebook verkündete am Mittwoch, die Funktion namens Partner Categories zu stoppen. Sie war 2013 aus einer Partnerschaft zwischen Facebook und großen Datenbrokern hervorgegangen. Damit endet die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie WPP, Experian, Transunion und Acxiom, deren Aktie nach der Ankündigung rund zehn Prozent an Wert verlor. Das Feature hatte es den Datenhändlern bislang erleichtert, die Nutzer von Facebook in klassische Werbegruppen einzuteilen.

Der Vorteil von Partner Categories für Facebook: Die eigenen Nutzer wurden für Werbetreibende attraktiver, weil sie in aussagekräftige Zielgruppen aufgeteilt wurden. Wie unter anderem TechCrunch berichtet, sollen keine anonymen Daten an Dienstleister gehen. Dabei soll es sich nicht um eine vorübergehende Maßnahme handeln. Das Programm soll laut Facebooks Marketing Director Graham Mudd im Lauf der nächsten sechs Monate komplette runtergefahren werden. Facebook möchte jedoch weiterhin mit den genannten Firmen zusammenarbeiten, wenn es darum geht, die Wirksamkeit von Werbekampagnen zu überprüfen.

Facebook sieht sich derzeit unter Zugzwang: Der Imageschaden durch die von Cambridge Analytica unrechmäßig erworbenen Nutzerdaten und den Verdacht, dass damit unter anderem die Präsidentschaftswahl in den USA beeinflusst wurde, hatte schwerwiegende Folgen. Der Aktienkurs des Unternehmens sank um knapp 17 Prozent, außerdem verloren viele Nutzer ihr Vertrauen in das Unternehmen. Facebook-CEO Mark Zuckerberg hatte sich nach fünf Tagen Funkstille dann schließlich doch für die Vorkommnisse entschuldigt und gelobte, den Datenschutz auf dem Portal weiter zu verbessern.