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Mark Zuckerberg löscht seine eigenen Facebook-Nachrichten

WIRED Staff 06.04.2018

Der Fall Cambridge Analytica geht weiter: Nun hat sich herausgestellt, dass Messenger-Nachrichten von CEO Mark Zuckerberg im Nachhinein gelöscht wurden. Außerdem stopte das Unternehmen ein Projekt, bei dem es Daten zu Forschungszwecken an amerikanische Krankenhäuser weitergeben wollte.

Drei Quellen bestätigten gegenüber TechCrunch, dass alte Facebook-Nachrichten von Mark Zuckerberg an sie teilweise nicht mehr vorhanden sind. Die eigenen Antworten sind jedoch nach wie vor sichtbar. Auf Anfrage sagte Facebook dazu, dass nach dem Sony-Hack 2014 die Nachrichten von mehreren Mitarbeitern zurückgezogen wurden. Dies wäre in Übereinstimmung mit den eigenen Richtlinien geschehen.

Allerdings hatte Facebook die betroffenen Personen nicht darüber informiert. Zudem gab es keine Bekanntmachung, das Nachrichten aus den Inboxen von Nutzern gelöscht wurden. Reguläre Facebook-Nutzer können zwar auch eigenen Nachrichten löschen, aus dem Postfach von Freunden verschwinden sie dadurch jedoch nicht, sobald sie einmal zugestellt wurden. Die von Zuckerberg gelöschten Nachrichten sind älteren Datums, aktuelle Nachrichten von Zuckerberg sind wohl nicht betroffen.

Facebook hat derzeit immer mehr mit den Auswirkungen des Cambridge Analytica-Skandals zu kämpfen. Die ursprünglich vermutete Anzahl von 50 Millionen betroffenen Nutzern erhöhte sich auf 87 Millionen, darunter vermutlich knapp 310.000 aus Deutschland.

Weiterhin stellte sich heraus, dass Facebook offenbar in Diskussionen mit größeren medizinischen Instituten stand, um die Daten von Nutzern und Patienten für Forschungszwecke zu teilen. Diese Entdeckung des Fernsehsenders CNBC wurde von Facebook bestätigt. Das Projekt sei laut Facebook jedoch nie über die Planung hinausgegangen und sei im Zuge der aktuellen Vorfälle pausiert worden.

Facebook und sein Umgang mit Nutzerdaten wird auch in den nächsten Monaten noch ein wichtiges Thema bleiben: Laut Geschäftsführerin Sheryl Sandberg ist dem Sozialen Netzwerk nämlich nicht bekannt, über welche Daten Cambridge Analytica tatsächlich verfügt.