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Facebook warnt: Der Kampf gegen Troll-Armeen wird teuer

WIRED Staff 02.11.2017

Im dritten Quartal hat Facebook seinen Gewinn um 79 Prozent gesteigert, der Umsatz wuchs um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. CEO Mark Zuckerberg hat während des Quartalsberichts angekündigt, für eine verbesserte Sicherheit und Transparenz starke Einkommens-Einbußen hinnehmen zu wollen.

Facebooks Zahlen im dritten Quartal sprechen für gute Geschäfte: Erstmals in der Geschichte des Konzerns überschritten die Einnahmen die Grenze von zehn Milliarden Dollar. Die 10,33 Milliarden Einnahmen bedeuten eine Steigerung um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mit diesen Zahlen übertrifft Facebook sogar die Erwartungen der Analysten, die mit einem Umsatz von 9,8 Milliarden gerechnet hatten. Der Gewinn liegt bei 4,7 Milliarden Dollar, der Wert der Facebook-Aktie stieg in diesem Jahr um 59 Prozent. Jeden Monat sind 2,07 Milliarden Nutzer aktiv, eine Steigerung von 16 Prozent.

Mark Zuckerberg kündigte dabei an, im kommenden Jahr deutlich mehr Geld in die Sicherheit investieren zu wollen, was weitere finanzielle Rekorde verhindern könnte. Die Aussage steht im Zusammenhang mit den aktuell laufenden Ermittlungen bezüglich der Einflussnahme Russlands auf den US-Präsidentschaftswahlkampf im letzten Jahr.

Vertreter von Facebook, Twitter und Google waren gestern vor dem US-Kongress zur Einflussnahme Russlands befragt worden. Dabei stellte sich heraus, dass allein Facebook manipulative Anzeigen an 126 Millionen US-Bürger ausgespielt hatte. Der Konzern gestand ein, nicht genug gegen die in den USA illegale Wahlbeeinflussung aus dem Ausland unternommen zu haben. Die nun angestrebten Bemühungen des Konzerns sollen weit über das Thema Wahlen hinausgehen: Ebenso sollen Hatespeech, Mobbing und die Verbreitung von Falschmeldungen weiter eingedämmt werden.

Dafür soll die Zahl der Mitarbeiter, die sich um die Prüfung von Anzeigen oder die Verbannung von Hatespeech kümmern, bis 2018 auf rund 20.000 verdoppelt werden. Im Rahmen der Sicherheitsbemühungen will Facebook seine Investitionen von 7 Milliarden auf 14 Milliarden erhöhen. Facebooks COO Sheryl Sandberg gab während der Besprechung Quartalszahlen bekannt, dass das Unternehmen auch an der Transparenz hinter politischen Anzeigen und Seiten arbeite. Damit soll künftig verhindert werden, dass irreführende Seiten und Meldungen ein großes Publikum erreichen.