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Facebook kauft KI-Startup für seinen Messenger

WIRED Staff 01.08.2017

Das US-Netzwerk erwirbt das Kleinunternehmen Ozlo aus Palo Alto, Kalifornien. Die Entwickler sind auf textbasierte Künstliche Intelligenzen spezialisiert und sollen Facebook offensichtlich dabei helfen, die Algorithmen seiner Messenger-KI zu verbessern.

Ozlo beschreibt sich auf seiner eigenen Webseite als Spezialist für Konversationskomplexe, die über das Beantworten reiner Entscheidungsfragen („Ja“ / „Nein“) hinausgehen, das Unternehmen nennt die Ergebnisse seiner KI-Arbeit etwas verschachtelt „wahrscheinlichkeitstheoretische Behauptungen der Wahrheit“. Dabei kann die Ozlo-KI beispielsweise bei Suchanfragen für themenbezogene Restaurants die Ergebnisse allein über die Auswertung von Rezensionen ermitteln. 

Facebook kauft Medienberichten zufolge nicht nur die Arbeitskraft, sondern auch das technologische Konzept und die bisherigen Entwicklungen. Dabei ist allerdings noch nicht klar, ob Ozlos Softwares in die Facebook-Messenger-KI M integriert werden soll oder ob die neuen Mitarbeiter auch ein komplett neues Konzept entwickeln sollen. Von offizieller Seite hieß es dazu lediglich, die neuen Angestellten würden nun mit dem Messenger ihre „Arbeit an Künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernprozessen fortsetzen“. Auch über den Kaufpreis von Ozlo bewahrte Facebook stillschweigen. Die Mehrheit der 30 Mitarbeiter von Ozlo soll im für den Facebook Messenger zuständigen Team arbeiten. Dafür werden einige davon auf jeden Fall umziehen müssen: Ein Teil der Büros befindet sich nicht im nahe gelegenen Firmensitz Menlo Park, sondern in Seattle, Washington. 

Facebook wandelt mit dem Ozlo-Kauf auf einen anderen Weg als Unternehmen wie Apple oder Google: Während die Konkurrenz auf sprachbasierte KIs setzt, umgeht Facebook mit seiner textbasierten Algorithmenarbeit den zusätzlichen Weg über die Spracherkennung und Transkription. Der Facebook Messenger hat Anfang des Jahres begonnen, zusammen mit der KI-Assistenz M Empfehlungen an seine Nutzer auszugeben, die auf der Auswertung der Konversationsinhalte basieren — beispielsweise ein empfohlener Taxiruf. Diese Empfehlungen sollen nun offensichtlich noch intensiviert und inhaltlich verbessert werden — mit bislang im Konzern offenbar nicht vorhandenem Know-How.

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