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Facebook hat Daten eurer Freunde weitergegeben

WIRED Staff 11.06.2018 Lesezeit 2 Min

Das Soziale Netzwerk hat seine Nutzer offenbar getäuscht. Seit Anfang 2015 wollte Facebook keine Daten von Freunden mehr weitergeben – es sei denn, diese haben explizit zugestimmt. Für einige Firmen hat das Unternehmen aber eine Ausnahme gemacht.

Allmählich wird es zum Running Gag. Erneut gibt es eine Enthüllung darüber, wie Facebook mit Nutzerdaten Schindluder getrieben hat. Bis 2014 hatte Facebook zahlreichen Unternehmen und Entwicklern über eine API-Schnittstelle nicht nur Zugang zu den Daten einzelner Nutzer, sondern auch denen ihrer Freunde gestattet. Diese Praxis war offiziell bereits 2014 beendet worden. Wobei einigen Unternehmen noch eine Übergangsfrist bis Mai 2015 zugestanden worden war. Seitdem heißt es, dass ausnahmslos die Zustimmung eines Nutzers vorliegen muss, wenn seine Profilinformationen als Freunde-Daten weitergereicht werden. Aber: Genau diese Vorgabe hat Facebook in mehreren Fällen ignoriert

Mehrere Unternehmen sollen noch weit nach dem offiziellen Aus dieser Praxis einen Zugriff auf die Freunde-Daten gehabt haben. Die Daten sollen unter anderem die Telefonnummer und den sogenannten Friend Link umfasst haben, der die Enge einer Freundschaft zwischen den Nutzern misst. Das alles, so berichtet das WallStreet Journal, belegen sowohl Gerichtsdokumente als auch „nicht genannte Facebook-Mitarbeiter“ und „mit den Vorgängen vertraute Personen.“ Die betreffenden Firmen sollen auf einer internen Whiteliste geführt und für Facebook besonders wertvolle Kunden gewesen sein.

Die Royal Bank of Canada etwa habe eine verlängerte Übergangsfrist von weiteren sechs Monaten genossen, wie ein Sprecher des Kreditinstituts bestätigte. Auch Nissan habe weiterhin den Zugriff auf Daten von Nutzerfreunden gehabt. Facebook hat die jetzigen Berichte zum Teil bestätigt und rechtfertigte das Vorgehen damit, dass die Firmen ohne den weiteren Zugang laufende Projekte hätten abbrechen müssen. Ebenso hätte das Prozedere geholfen, neue Funktionen zu testen und die Nutzererfahrung zu verbessern – auch wenn unklar bleibt, in welcher Weise.

Noch vor Kurzem hatte Facebook für Aufsehen mit der Meldung gesorgt, dass es auch Verträge mit chinesischen Smartphone-Herstellern wie Huawei gegeben habe. Diese hatten über eine API-Schnittstelle Zugriff auf einen Teil der Nutzerdaten. Dies wurde von amerikanischen Behörden als äußerst gefährlich eingestuft, auch wenn Facebook zu Protokoll gab, dass die Daten lediglich auf den Smartphones gespeichert wurden und nicht auf chinesischen Servern landeten.