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Facebook erlaubt wieder Krypto-Werbung – ein bisschen

WIRED Staff 27.06.2018 Lesezeit 3 Min

Vor einem halben Jahr hat Facebook Werbeanzeigen für Kryptowährungen und ICOs verbannt. Jetzt wird dieser Erlass rückgängig gemacht. Jedoch bleiben einige Einschränkungen bestehen, die Betrügereien verhindern sollen.

Ende Januar hatte Facebook bestimmt, dass auf der Plattform keine Anzeigen mehr für „Finanzprodukte und Dienste“ zugelassen würden, die mit „fehlleitenden oder betrügerischen Werbepraktiken assoziiert werden.“ Gemeint waren damit die zahlreichen Initial Coin Offerings und Kryptowährungs-Start-ups und Fonds – von denen sich eben nicht wenige als Betrugsmaschen herausgestellt haben. Darunter beispielsweise das vermeintliche Bonuspunkte- und Kundenbindungsprogramm BeneBit und GemCoin, eine Kryptowährung, die angeblich durch Bernstein-Reserven gedeckt sein sollte. Beide hatten den Betrügern mehrere Millionen Euro eingebracht.

Natürlich traf das Werbeverbot auch zahlreiche seriöse Projekte und etablierte Dienste. Das ist wohl einer der Gründe, warum Facebook nun seine Richtlinien anpasst. Nun dürfen wieder Anzeigen für Kryptowährungen und damit verbundene Dienste geschaltet werden. Allerdings müssen die Werbetreibenden einige Voraussetzungen erfüllen und Einschränkungen hinnehmen: Die Firmen hinter den Anzeigen müssen sich bei Facebook gesondert bewerben und durch eine Prüfung als tragbarer Werbepartner verifiziert werden.

Für die Prüfung müssen Informationen über das Unternehmen, Lizenzen von Behörden oder auch Nachweise vorgelegt werden, dass die eigenen Krypto-Produkte auf relevanten Börsen gelistet sind. Sollte es rechtliche Probleme geben, verpflichten sich die Firmen zudem, Facebook bei der Aufklärung eventueller Ungereimtheiten zu unterstützen. Ebenso müssen sie sich damit einverstanden erklären, dass Facebook ihre Anzeigen jederzeit und ohne Vorwarnung einstellen kann. Werbung für Initical Coin Offerings und binären Optionen sind weiterhin pauschal untersagt.

Während Facebook sein Richtlinien aktuell lockert, ist Reklame für Kryptowährung für andere Plattformen weiterhin ein Tabu. Auf Twitter ist sie seit März verboten und die von Google angekündigte Sperre wird seit Juni umgesetzt – und daran soll sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

Damit dürfte Facebook nun als eine der wenigen großen Plattformen vom umstrittenen aber weiterhin pulsierenden Hype um Blockchain- und Kryptowährungsprojekte profitieren, die nicht selten sehr breit und mit großem Aufwand inszeniert werden. Das kann auch auf recht unglückliche Weise geschehen, wie das deutsche Start-up Savedroid demonstrierte. Dieses inszenierte im April einen Exit-Scam. Der Firmengründer Yassin Hankir täuschte vor, mit dem Geld der Anleger geflohen zu sein.