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Das EU-Parlament will mit Mark Zuckerberg sprechen

WIRED Staff 12.04.2018

Nach seiner Anhörung vor dem US-Kongress will jetzt auch das EU-Parlament mit Mark Zuckerberg sprechen. Mehrere Abgeordnete sowie die EU-Justizministerin Věra Jourová fordern, dass der CEO persönlich erscheint.

Kürzlich noch musste sich der Facebook-Chef vor dem House of Commerce verantworten, nachdem er zuvor gegenüber den Senatoren im US-Kongress Rede und Antwort gestanden hatte. Nun soll Mark Zuckerberg auch vor dem Europäischen Parlament erscheinen und Stellung zu Themen wie dem Cambridge-Analytica-Skandal, Datenschutz und dem Recht auf Privatsphäre beziehen.

Die beiden EU-Abgeordneten Sven Giegold und Jan Philip Albrecht fordern in einem Brief an den Parlamentspräsidenten, dass Zuckerberg persönlich vor dem Parlament erscheinen soll. Die Süddeutsche Zeitung geht davon aus, dass dem Wunsch entsprochen und Zuckerberg eingeladen wird. Giegold betonte, dass während der bisherigen Anhörungen keine Fragen dabei waren, die Europa betrafen. Dabei sei dies unerlässlich, denn bei dem Skandal seien nicht nur die USA betroffen. Cambridge Analytica, die über Facebook Zugang zu den Daten von 87 Millionen Nutzern hatten, stehen im Verdacht, den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf beeinflusst zu haben.

Aber auch in Europa könnten wichtige Entscheidungen wie der Brexit oder die tschechischen Parlamentswahlen indirekt durch Facebook beeinflusst worden sein. Die EU-Justizkommissarin Věra Jourová erfuhr auf Nachfrage, dass die Daten von bis zu 2,7 Millionen EU-Bürgern ebenfalls bei Cambridge Analytica gelandet sind. Mittlerweile ist ein Telefonat zwischen Jourová und Facebook Geschäftsführerin Sheryl Sandberg geplant. Laut der Kommissarin sei es unerlässlich, dass Facebook sich nach dem EU-Recht richtet. Vorerst setze man auf die Kooperation mit dem Sozialen Netzwerk.