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Entwicklerinnen verklagen Uber wegen Diskriminierung und Lohngefälle

WIRED Staff 26.10.2017

Drei Software-Entwicklerinnen haben Klage gegen Uber beim Superior Court of San Francisco eingereicht. Es geht um die angebliche Diskriminierung von Frauen und nicht-weißen Angestellten innerhalb des Unternehmens: Den Klägerinnen zufolge zahlt der Fahrdienst-Vermittler ihren männlichen, weißen Kollegen mehr Gehalt.

Die Entwicklerinnen Ingrid Avendano, Roxana del Toro Lopez and Ana Medina bemängeln, dass Frauen sowie Angestellte lateinamerikanischer, afrikanischer und indischer Herkunft prinzipiell niedrigere Punktzahlen bei Leistungsbewertungen bei Uber erhalten. In der Folge würden diese Mitarbeiter Positionen mit weniger Verantwortung und geringerem Verdienst besetzen. In der Klage heißt es deshalb, dass ein solches Bewertungssystem „nicht auf nachvollziehbaren und gültigen Leistungsindikatoren basiere“.

Avendano und del Toro Lopez haben Uber laut Reuters bereits im Sommer dieses Jahres verlassen – Medina arbeitet noch für das Unternehmen. Das in der Klageschrift erwähnte Bewertungssystem wurde erst vor einigen Monaten eingeführt und sollte laut Ubers Human-Resources-Chefin Liane Hornsey eigentlich das seit langem bemängelte Lohngefälle bekämpfen. Offenbar hatte das System jedoch einen gegenteiligen Effekt.

Uber sieht sich bereits seit Jahresbeginn mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert. Unter anderem berichtete die ehemalige Angestellte Susan Fowler in einem Blogpost von Annäherungsversuchen und sexistischem Verhalten einiger Mitarbeiter in Führungspositionen. Im Juni zog Uber Konsequenzen, kündigte 20 Mitarbeitern und erteilte zahlreichen Angestellten eine „letzte Verwarnung“. Die Namen der betroffenen Angestellten wurden damals zwar nicht genannt, jedoch sollen sich unter den Entlassenen auch Führungskräfte befunden haben.