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Die US-Finanzaufsicht will die Kryptowährung HoweyCoins verkaufen

WIRED Staff 17.05.2018 Lesezeit 2 Min

Auch die US-Finanzaufsicht hat jetzt einen ICO. Naja, nicht ganz, denn wer versucht, die angepriesenen HoweyCoins zu kaufen, stellt schnell fest, dass es sie gar nicht gibt. Mit einem Fake-ICO sollen Hobby-Investoren auf die Gefahren dieser beliebten Betrugsmasche aufmerksam gemacht werden.

Der SEC (Securities and Exchange Commission) hat eine Webseite für ein nicht existentes Initial Coin Offering aufgesetzt. Wer darauf hereinfällt und auf den Kauf-Button klickt, wird allerdings zu einer Informationsseite weitergeleitet, die über ICO-Betrug aufklärt.

Die Webseite ist von ihrem Design her denen vieler ICOs für Kryptowährung nachempfunden und wirbt für den Kauf von HoweyCoins. Mit ein paar nicht belegten Argumenten täuscht die Seite ihre Legitimität vor: Der ICO sei bei der US-Regierung registriert und HoweyCoins sollen sich perfekt für die Zahlung in Hotels und bei Fluggesellschaften eignen. Ein Countdown bedient außerdem das in der Kryptoszene bekannte FoMo (Fear of Missing out). Also ein Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man jetzt nicht sofort einsteigt und mitmacht. Wer auf der Seite des SEC nicht schnell kauft, der soll die HoweyCoins nämlich bald teurer kaufen müssen.

Die Website solle eine Demonstration sein, wie Betrüger im Netz vorgehen. Selbst der Name der Währung ist eine Anspielung: nämlich auf den Howey-Test. Dieser soll überprüfen, ob eine Kryptowährung rechtlich gesehen als Wertpapier oder als Investitionsvertrag beziehungsweise Aktie gilt. Dann würde das Kryptogeld nämlich in den Verantwortungsbereich des SEC fallen. Und der möchte derzeit zumindest einige Kryptowährungen und ICOs regulieren.

Ende April gab es bereits einen weiteren öffentlichkeitswirksamen Fall, mit dem auf die Unsicherheit von ICOs hingewiesen werden sollte: Das deutsche Krypto-Startup Savedroid inszenierte eine ICO-Scam, bei dem Gründer und CEO Yassin Hankir sich angeblich mit dem eingesammelten Geld nach Ägypten abgesetzt hatte. Damit hätte das Startup auf die Gefahren mit Fake-ICOs hinweisen wollen. Später bereute Hankir seine Aktion jedoch im Interview mit WIRED. Es ist also gar nicht so einfach, einen guten Weg zu finden, um unerfahrene Investoren vor Betrugsmaschen zu warnen.