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Taylor Swift unterschreibt offenen Brief gegen YouTube

Katharina Nickel 21.06.2016

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA befinden sich Künstler und Musikindustrie im ständigen Streit mit YouTube. In einem offenen Brief haben nun einige Akteure, allen voran Taylor Swift und U2, den Kongress offen dazu aufgefordert, ein betreffendes Gesetz zu modernisieren. 

Die Musikindustrie befindet sich im ständigen Kampf gegen YouTube. Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen mit der Videoplattform übt die US-Musikindustrie nun erneut Druck aus. Laut Medienberichten ging ein offener Brief an den Kongress in Washington, den auch bekannte Künstler wie etwa Taylor Swift und U2 sowie die drei großen Musiklabels Universal, Sony und Warner Music unterzeichneten.

Das Thema des Briefs ist der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) von 1998. Das Gesetz soll das amerikanische Urheberrecht an die digitalen Anforderungen unserer Zeit anpassen und beschäftigt sich auch mit Verletzungen von Rechten online. In Bezug auf die Musikindustrie regelt der DMCA etwa den Umgang mit Raubkopien.

Die Argumentation der Industrie und Künstler zielt auf eine Anpassung des Gesetzes ab: Erstens zahle YouTube ihnen für die Verwendung ihrer Werke nicht die entsprechende Vergütung, zweitens lasse die Videoplattform ihnen nicht einmal die Wahl, ob und wie ihre Musik verwertet werde. „Wenn eines der großen Labels weiterhin mit YouTube Geschäfte macht, ist das ein schlechtes Zeichen für alle Menschen, die den Brief unterzeichnet haben“, sagte Irving Azoff, der Inititator der Kampagne, gegenüber recode.

YouTube selbst argumentiert damit, dass gerade bekannte Künstler wie Taylor Swift Millionen mit ihren YouTube-Videos verdienen würden. Die Pop-Sängerin hat fast 1,5 Millionen Abonnenten auf ihrem YouTube-Kanal

Im vergangenen Jahr hatte sie bereits dem Streaming-Dienst Spotify ihr neues Album verweigert, weil er die Musik kostenlos und werbeunterstützt veröffentlichen wollte. Allerdings waren ihre Videos auf YouTube weiterhin frei verfügbar. „Das ist kein Streit um Geld“, kommentiert Azoff. „Es geht um Kontrolle und um unsere Verantwortung für die Zukunft.“

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Auch in Deutschland ist der Streit zwischen Künstlern, Labels, Gema und YouTube ein Dauerthema, bei dem internationales, europäisches und deutsches Urheberrecht scheinbar unvereinbar aufeinanderprallen. Erst im Februar hat Googles Tochterunternehmen jedoch erste Schritte unternommen, um das – für User lästige und für Urheber unfaire – Sperren von Videos und Kanälen künftig zu vermeiden.

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