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Die Kryptobörse Binance setzt ein Hacker-Kopfgeld aus

WIRED Staff 13.03.2018 Lesezeit 2 Min

Eine Woche nach dem Phishing-Angriff auf ihre Nutzerkonten will die Kryptobörse Binance nun zum Gegenangriff übergehen: Wer als erstes Hinweise liefert, die zur Verhaftung der Täter führen, erhält ein Kopfgeld in Höhe von 250.000 US-Dollar — in Binance Coin, der hauseigenen Kryptowährung.

Die IT-Sicherheit von Binance hatte Alarm geschlagen, als es irreguläre Umtauschaktionen bei verschiedenen Nutzern der Börse gab, bei denen Altcoins in Bitcoins umgetauscht wurden. Die Handelsplattform hatte daraufhin zunächst alle Transaktionen eingefroren und die Schwachstelle ausfindig gemacht: Nutzer hatten ihre Logindaten über gefälschte Webseiten an Phisher weitergegeben. Diese nutzten das für den gerade noch vereitelten Angriff, bei dem sie mit Bots über Softwareschnittstellen zugriffen. Diese Täter will das Unternehmen nun schnappen, schreibt heise online.

Das Hongkonger Unternehmen hat neben seinem Kopfgeld für den aktuellen Fall auch Kryptogeld mit einem Gegenwert von zehn Millionen US-Dollar beiseite gelegt, um Geld für künftige Fälle parat zu haben. Andere Handelsbörsen für Kryptowährung dürften sich laut des Unternehmens gerne an dieser Kopfgeldkasse beteiligen, um die Sicherheit in der Branche zu verbessern.

Binance hat bei dem Angriff, der vergangene Woche stattfand, offenbar schnell genug reagiert: Der Plan der Täter sah vor, mit dem automatisierten Handel fremder Währung eine Welle von Käufen zu starten und den resultierenden Abverkauf für die eigenen Bereicherung zu nutzen. Das schlug aufgrund des schnellen Eingriffs der Börse fehl. Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtige die Sicherheit nicht nur auf Software-, sondern auch auf Anwenderseite ist. Je höher der Wert von Kryptowährungen liegt, desto mehr Kriminelle werden auch versuchen, sich diese auf illegitime Weise zu beschaffen.