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Bosch kopiert Daimler und vernetzt seine Mobilitäts-Services

Jürgen Stüber 21.02.2018 Lesezeit 2 Min

4000 Besucher bei der Konferenz Bosch Connected World in Berlin: Der Konzern will zum Mobilitätsdienstleister werden und gibt die Übernahme eines Carpooling-Startups bekannt.

Die Automobilindustrie entwickelt sich zunehmend vom Hersteller zum Dienstleister für Mobilität. Jetzt hat auch der Technologiekonzern Bosch eine Sparte für Mobilitätsdienstleistungen gegründet. Das teilte Bosch-CEO Volkmar Denner bei der Fachkonferenz Bosch Connected World (#BCW18) vor 4000 Besuchern in Berlin an.

Im neuen Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions entwickeln und vertreiben mehr als 600 Mitarbeiter künftig digitale Mobilitätsdienstleistungen. Dazu gehören Sharing-Angebote, Mitfahr-Services und Service-Angebote für Autofahrer, die auf Vernetzung basieren. Bosch strebt mit vernetzten Mobilitäts-Services ein zweistelliges Wachstum an.

Bosch-CEO Volkmar Denner kündigte außerdem die Übernahme des US-Carpooling-Startups SPLT an. Mit diesem Angebot können Städte, Unternehmen und Universitäten Fahrgemeinschaften für Mitarbeiter umsetzen. Die App bringt Menschen zusammen, die einen ähnlichen Weg zur Arbeit haben. „Mit SPLT bauen wir unser Angebot im Wachstumsfeld Mobilitätsdienste weiter aus“, sagte Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn. SPLT soll als 100-prozentige Tochter eine eigenständige Einheit innerhalb der Bosch-Gruppe bleiben. Eine Summe für die Übernahme wurde nicht genannt.

Daimler-Chef Dieter Zetsche, der gemeinsam mit seinem CEO-Kollegen von Bosch das neue und gemeinsam entwickelte „Automated Valet Parking“ live vorführte, bezeichnete Fortschritte wie das automatische Einparken als Schritte, mit denen Menschen Vertrauen in das automatisierte Fahren gewinnen. Die Kooperation mit Bosch bezeichnete er als Wechselspiel von Zusammenarbeit und Wettbewerb. Daimler hatte durch Beteiligungen und Zukäufe bereits frühzeitig den Wandel zum Mobilitätsdienstleister eingeleitet.

Zu den Plänen, gemeinsam mit Bosch Robotaxis zu entwickeln, sagte Zetsche, solche Fahrzeuge solle es frühzeitig in der nächsten Dekade geben. Die Technologie werde im kalifornischen Sunnyvale und in Stuttgart erprobt.

Die Branchenkonferenz Bosch Connected World findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Mehr als 70 Aussteller zeigen dort Anwendungen für das Internet der Dinge.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Gründerszene
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