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Problem Solver: Apps selber bauen, ganz ohne Programmierer

Marlene Ronstedt 13.04.2017

Ein gutes Produkt löst ein großes Problem, lautet eine Startup-Weisheit. WIRED stellt regelmäßig Unternehmen, Menschen und Ideen vor, die diesem Grundsatz folgen – Problem Solver eben. Diesmal: AppSpotr will das Programmieren von Apps überflüssig machen

Das Problem?  Heute kommen viele Unternehmen nicht mehr ohne eigene App aus. Doch Software zu entwickeln ist oft teuer und umständlich. Der Stundenpreis für einen Entwickler liegt mindestens bei 50 bis 100 Euro. Da kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen. Nicht wenig für kleine und mittelständische Unternehmen oder Freischaffende, die gerne ihre eigene App hätten, zum Beispiel als Portfolio.

Die Lösung? Auf der Website von AppSpotr kann jeder kostengünstig seine eigene App kreieren. Dazu nutzt man entweder existierende Vorlagen oder bastelt selbst eigene Elemente. Ein wenig erinnert AppSpotr an Wordpress, nur eben für Apps statt für Blogs. Und wie bei Wordpress sind auch keinerlei Programmier-Kenntnisse notwendig. In der dazugehörigen App können Nutzer sich dann schon im Voraus auf dem eigenen Smartphone oder Tablet ansehen, wie ihre zukünftige App aussehen wird.

Viele Designs zur Auswahl gibt es bei AppSpotr nicht, wer jedoch einfach nur eine simple App fürs eigene Geschäft möchte, ist hier richtig. Auch für Programmierer, die schnell einen Prototypen entwerfen wollen, ist AppSpotr durchaus interessant.

Der Dienst bestich durch seinen Preis. Es geht bei einem Euro im Monat los, dazu kommen die Kosten für den App Store beziehungsweise Google Play Store. Das Hochladen übernimmt AppSpotr für die User. Für weitere Features wie Ortungsdienste oder eine Timeline kommen dann Extrakosten von bis zu 19 Euro pro Add-on hinzu. Die Extras lassen sich nach Bedarf monatlich hinzufügen und wieder abbestellen. Interessant wird AppSpotr besonders durch die Integration von PayPal. So können Nutzer sich einen eigenen Store für ihre Produkte basteln. Normalerweise gibt es hier viele Sicherheitsstandards zu beachten, damit Zahlungsinformationen auch verschlüsselt bleiben. AppSpotr kümmert sich auch darum automatisch.

Wer steckt dahinter? Drei Gründer aus Schweden haben AppSpotr schon 2008 ins Leben gerufen. Die Firma mit Sitz in Göteborg hat dieses Jahr den Gang an die Börse gewagt. CEO und Mitgründer des Startups ist Patric Bottne, der vorher Offizier beim schwedischen Militär war. Sein Partner Fredrik Bewick hat ebenfalls eine Militärkarriere hinter sich.

Braucht man das wirklich? AppSpotr ist definitiv nicht dafür geeignet, das nächste Snapchat zu entwickeln. Dafür sind seine Möglichkeiten viel zu begrenzt. Aber AppSpotr bezeichnet sich nicht umsonst als „IKEA für Apps“ – eine günstige Lösung mit schlichtem Design. Das kann natürlich schnell langweilig werden, man denke an das IKEA-Regal Kallax, das gefühlt in jedem zweiten Wohnzimmer steht. Die Zukunft der Apps könnte ähnlich aussehen, wenn AppSpotr sich durchsetzt.

In diesem Web-Interface klicken Nutzer sich ihre eigene App zusammen

Für Unternehmen, die eine App eher als Extra sehen, ist AppSpotr eine einfache und preiswerte Alternative. Der Code gehört am Ende jedoch AppSpotr. Das heißt: Wer einmal angefangen hat, das Programm auf der Plattform zu entwickeln, kann nicht einfach gehen, ohne die ganze App zu verlieren. Ähnliche Geschäftsmodelle gibt es seit Jahren für Firmen-Websites.

Wie geht es weiter? Demnächst können Entwickler und Gestalter auf dem AppSpotr Marketplace eigene Designs anbieten. Dadurch könnte es dann etwa bald eine Vorlage für Restaurants geben, in die User nur noch ihre eigene Speisekarten und Fotos einfügen müssen. Zumindest für Sushi-Foodtrucks gibt es sie bereits.

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