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Amazon will einen eigenen Lieferservice

WIRED Staff 12.02.2018

Onlinehändler Amazon plant offenbar einen eigenen Lieferservice, der auch für andere Unternehmen nutzbar ist. Der neue Service stellt eine ernstzunehmende Konkurrenz für andere Zustelldienste dar.

Der Dienst Shipping with Amazon, wie er laut Insidern heißen soll, soll gegen Bezahlung auch von anderen Unternehmen genutzt werden können. Vorerst ist der Dienst allerdings nur im Stadtgebiet von Los Angeles verfügbar, wie unter anderem Golem berichtet. In den USA liefert Amazon Pakete bereits über ein eigenes Logistiknetzwerk aus, und das bereits in 37 Städten. Diese Zustellmöglichkeit steht allerdings nur Amazon und Marketplace-Anbietern zur Verfügung, die über Amazon ihre Produkte versenden. Allerdings können diese gegen Bezahlung auch ihre Artikel in den Lagerhäusern deponieren und Amazon kümmert sich dann um den Versand.

Mit Shipping with Amazon sollen nun auch Kunden, die nicht die Amazon-Warenlager nutzen, über Amazon ihre Artikel versenden können. Dabei werden die Artikel von Shipping-With-Amazon-Fahrern abgeholt, diese liefern sie direkt an die Kunden aus. Somit können auch Marketplace-Anbieter den schnellen Expressversand über den neuen Lieferservice anbieten.

Bislang nutzt Amazon für die Zustellung anderer Anbieter stattdessen klassische Zustelldienste wie etwa FedEx oder UPS. Allerdings soll der neue hauseigene Zustelldienst für die Nutzer günstiger sein als die Konkurrenz. Ob und wie der neue Service ausgebaut werden soll, ist derzeit nicht bekannt. Ein nächster Schritt könnte sein, den Service auch Kunden anzubieten, die kein Amazon-Konto besitzen und somit den eigenen Wirkungsbereich noch zu erweitern.

Amazon will aber nicht nur den Lieferprozess verbessern: Auch Kunden sollen durch neue Programme wie Amazon Flex oder Amazon Key schneller und zuverlässiger ihre Bestellungen erhalten. Allerdings häufen sich jedoch bei Amazon Flex, bei dem Privatpersonen für Amazon Lieferdienste ausführen, aktuell Meldungen von Zustellboten, die sich unerlaubt Zugang zu Wohnungen von Kunden verschafft hätten. Ähnliche Vorfälle hatte es auch mit Amazon Key gegeben.