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Zündfunk Netzkongress 2018: Was kostet uns das Netz?

Ben Hartlmaier 22.10.2018 Lesezeit 3 Min

Nur noch viermal schlafen, dann ist #cashtag: Unter diesem Motto veranstaltet der Zündfunk, das Szenemagazin des Bayerischen Rundfunks, zum sechsten Mal den Netzkongress im Münchner Volkstheater. Dieses Mal geht es um die Frage: Was kostet uns das Netz?

Alles hat seinen Preis, auch im Internet. Deshalb drehen sich am 26. und 27. Oktober beim Zündfunk Netzkongress 2018 zahlreiche Vorträge, Workshops und Diskussionen um die Frage: Was ist der wahre Preis des Internets? Der Philosoph und ehemalige Google-Mitarbeiter James Williams ist der Meinung: Unsere Aufmerksamkeit. Er ist Mitbegründer der Initiative „Time Well Spent“, die uns helfen will, die Fesseln der Aufmerksamkeitsökonomie zu sprengen und spricht zusammen mit Yvonne Hofstetter auf dem Netzkongress zum Thema „Digitale Technologien und der Kapitalismus“. Hofstetter ist Gründerin des Unternehmens TERAMARK, das mit Big Data und Künstlicher Intelligenz Lagebilder zur Bewertung von geopolitischen Risiken erstellt.

Das Thema Künstliche Intelligenz beschäftigt auch den Neurologen Philipp Kellmeyer von der Uniklinik Freiburg: In seinem Vortrag „Big Brain Data“ klärt er darüber auf, dass große Technologieunternehmen zunehmend die Gehirndaten ihrer Nutzerinnen und Nutzer sammeln und mit modernsten Verfahren des maschinellen Lernens analysieren wollen. Dies erzeugt laut Kellmeyer eine Reihe ethischer, rechtlicher und sozialer Herausforderungen, die er mit dem Publikum diskutieren will.

Seit der #MeToo-Debatte will der Zündfunk Netzkongress auch verstärkt über Sexismus in der digitalen Wirtschaft reden und ein Zeichen für mehr Vielfalt in der Tech-Szene setzen. So erzählt Shermin Voshmgir, eine der Frontfrauen der Blockchain-Forschung, über die sozioökonomischen Auswirkungen von Zukunftstechnologien und entwirft dabei neue Zukunftsvisionen. Die BBC-Journalistin Feranak Amidi zeigt, wie Frauen im Nahen Osten sich mit Hilfe sozialer Medien Gehör verschaffen. Die Spiegel-Kolumnistin und Neo-Magazin-Royale-Autorin Sophie Passmann fragt, ob man Influencerinnen in Zeiten von überbordender Schleichwerbung in den Sozialen Netzen eigentlich noch cool finden darf.

Neben den Vorträgen und Diskussionsrunden wird es im Münchner Volkstheater auch wieder eine Reihe von Workshops für Maker geben: Wer die Luftverschmutzung in Deutschlands Innenstädten ans Tageslicht bringen möchte, kann mit dem Stuttgarter Jan Lutz von der Initiative luftdaten.info in ein paar Minuten einen eigenen Feinstaubsensor für nur 33 Euro zusammenbauen. Die gesammelten Daten aller Sensoren fließen in eine Open-Data-Karte, die die aktuelle Luftqualität angezeigt. Moritz Metz lädt am Samstag zum Syncenlight-Workshop, bei dem ein soziales Netzwerk mit WLAN und Licht zusammengelötet wird.

Zur Einstimmung auf den Netzkongress gibt es in diesem Jahr den Podcast „Hier nur Privat“ der Zündfunk-Redaktion, in dem unter anderem die Gig-Economy unter die Lupe genommen und ein Facebook-Phantom gejagt werden. Karten für 33 Euro zzgl. Gebühren sind vor Ort beim Münchner Volkstheater, online und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Für Studenten gibt es ermäßigte Tickets.