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Julian Assange ist nicht mehr Chefredakteur von WikiLeaks

WIRED Staff 28.09.2018 Lesezeit 2 Min

Julian Assange hat seinen Posten als Editor-In-Chief bei WikiLeaks geräumt, da er keinen Internetzugang mehr hat. Jetzt ist der isländische Journalist Kristinn Hrafnsson bei der Plattform für geleakte Informationen am Ruder. Assange hatte seit Monaten keinen Kontakt mehr mit der Außenwelt.

Seit einem halben Jahr hat Julian Assange mit niemandem außer seinen Anwälten kommunizieren können. Der WikiLeaks-Gründer hat daraus nun die Konsequenz gezogen und einen neuen Chefredakteur für die Leak-Plattform ernannt, der sich frei bewegen und auf das Internet zugreifen kann: Kristinn Hrafnsson war von 2010 bis 2016 Sprecher des Projekts. Er verurteile zwar die Behandlung von Julian Assange, freue sich aber dennoch über die neue Verantwortung, den Fortbestand der Arbeit mit den Idealen von WikiLeaks zu sichern.

Der neue Editor-in-Chief wurde 2010 zum dritten Mal Islands Journalist des Jahres und ist für seine Enthüllungs-Storys bekannt. Nach seiner Tätigkeit als Sprecher für WikiLeaks hatte Hrafnsson zuletzt rechtliche Projekte der Stiftung geleitet. Julian Assange soll Herausgeber der Plattform bleiben.

Assange sitzt seit 2012 in der Botschaft von Ecuador in London fest. Dorthin war er geflohen, weil ihm in Schweden Vergewaltigung vorgeworfen wurde und er die Auslieferung nach Schweden vermeiden wollte. Zwar ist der schwedische Haftbefehl inzwischen aufgehoben, nun versteckt sich Assange allerdings vor den britischen Behörden. Ecuador bot ihm über all die Jahre Zuflucht in der Botschaft.

Bis Anfang des Jahres konnte Assange WikiLeaks von dort leiten. Im März kappte ihm die Regierung von Ecuador allerdings den Internetanschluss und installierte Störsender, damit er keinen weiteren Kontakt zur Außenwelt haben konnte. Offenbar hat er gegen Kommunikationsauflagen verstoßen. Die nationale Sicherheit war dem Staat wichtig, der nicht wollte, dass sein Schützling weitere Länder mit Leaks und Aussagen erzürnt. Seitdem darf der Aktivist nur noch mit seinen Anwälten persönlich reden.