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Auf der Blockchain: Wien führt digitale Essensmarken ein

WIRED Staff 24.10.2018 Lesezeit 2 Min

Angestellte der Stadt Wien erhalten ihre bislang papiernen Essensmarken künftig als Blockchain-Token für das Smartphone. Damit sollen sie bei den rund 800 Vertragslokalen für Speis und Trank bezahlen können. Nach einem kleinen Testlauf soll die Technologie jetzt für alle Mitarbeiter ausgerollt werden.

Bislang erhalten die rund 20.000 Angestellten der Stadt Wien ihre Essensmarken im Wert von 1,46 Euro pro Stück in Papierform. Diesen Vorgang will die Stadt nun gemeinsam mit der Beratungsagentur Ernst & Young digitalisieren, wie Futurezone schreibt. Wie die beiden Partner sagen, werden alle Transaktionen dabei in einer privaten Blockchain abgebildet. Die eigene Blockchain-Infrastruktur soll dabei in Test und Regelbetrieb so günstig wie möglich ausfallen.

Im ersten Schritt hat das Projekt die technische Machbarkeit nachweisen können: Bei zwei Vertragslokalen konnten die Blockchain-Essensmarken von Mitte Juli bis Mitte September 2018 per Smartphone eingelöst werden. Jetzt soll im nächsten Schritt die Skalierung auf alle Mitarbeiter und sämtliche Vertragslokale erfolgen, um die Papierversion nach und nach komplett zu ersetzen. Für die Stadt Wien ist das Blockchain-Projekt teil einer Initiative, durch die die Stadt und ihre Verwaltung "smarter" werden sollen, wie Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien zu Futurezone sagte.

Für Wien sind die digitalen Essensmarken bereits das zweite Blockchain-Projekt: Seit Dezember 2017 legt die Stadt offene Verwaltungsdaten (Open Government Data) auf einer Blockchain ab. Auch dieses Projekt wurde gemeinsam mit Ernst & Young durchgeführt.

Kritiker der Blockchain-Technologie merken an, dass eine zentrale konventionelle Datenbank die gleichen Aufgaben ebenso gut erfüllen könnte wie eine Blockchain. Zuletzt hatte sich ein hoher Vertreter der australischen Digital Transformation Agency gegen Blockchain-Produkte ausgesprochen: Der Hype darum sein primär von Technolgieanbietern getrieben, die damit ihre Umsätze steigern wollten, nicht aber von Nutzen oder Dienstleistern, die darin eine echte Lösung ihrer Probleme sähen, zitiert ZDNet den Behördenvertreter.