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Waffen aus dem 3D-Drucker: Trump ist skeptisch, aber wird er sie noch stoppen?

Wolfgang Kerler 31.07.2018 Lesezeit 3 Min

Ist es wirklich eine gute Idee, wenn sich jeder die Baupläne für tödliche Waffen herunterladen und sie mit seinem 3D-Drucker herstellen kann? Selbst Donald Trump bezweifelt das inzwischen, obwohl seine eigene Regierung den Weg dafür frei machte. Mehrere US-Bundesstaaten haben Klage eingereicht.

Im Juni war die US-Regierung eingeknickt. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit soll die umstrittene Gruppe Defense Distributed rund um den Texaner Cody Wilson ab 1. August die Erlaubnis bekommen, auf ihrer Webseite die Druckvorlagen für Waffen zum Download bereitzustellen. Damit kann sich jeder Internetnutzer seine eigene tödliche Schusswaffe basteln. Alles was er braucht, ist ein 3D-Drucker. Das ohnehin schon laxe amerikanische Waffenrecht wird durch die Entscheidung noch weiter ausgehöhlt. Cody Wilson feierte das bereits mit einem ziemlich eindeutigen Foto, das er auf Twitter teilte: ein Grabstein mit der Aufschrift American Gun Control.

Die Obama-Regierung hatte das immer verhindert. Nach dem Wahlsieg von Trump gewann die Waffenlobby NRA, die National Rifle Association, jedoch gewaltigen Einfluss in Washington. Selbst nach Massakern an Schulen schreckte die Regierung vor einer Verschärfung des Waffenrechts zurück. Doch es scheint, als wären die Do-It-Yourself-Waffen für jedermann selbst der NRA nicht ganz geheuer. Jedenfalls lässt darauf ein Tweet des US-Präsidenten schließen, abgesetzt nur Stunden bevor die Druckvorlagen im Netz stehen sollen: „Ich schaue mir das mit den 3D-Plastikwaffen, die öffentlich verkauft werden sollen, genauer an. Habe schon mit der NRA gesprochen, es erscheint nicht allzu sinnvoll.“

Der Tweet kommt reichlich spät. Weil sie fürchten, dass es in den USA durch die Entscheidung der Trump-Administration zu noch mehr blutigen Gewalttaten kommt und Waffen in den Händen von Kriminellen und Terroristen landen könnten, reichten acht Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt am Montag Klage gegen die Regierung ein. Viele Organisationen, die strengere Waffenkontrollen fordern, waren ebenfalls entsetzt vom Vorgehen der Administration.

Metalldetektoren helfen nicht gegen Plastikwaffen

Nancy Pelosi, die Chefin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus kritisierte die regierenden Republikaner scharf: „Das ekelhafte Geschenk, das die Trump-Administration der NRA macht, untergräbt die Grundlagen der öffentlichen Sicherheit.“ Sie betonte, dass Metalldetektoren gegen die nicht registrierten Plastikwaffen nutzlos seien und Schulen, Büros, Flughäfen oder Verwaltungsgebäude nicht mehr geschützt werden könnten.

Wird die Regierung in Washington also doch noch handeln? Trotz des Tweets von Donald Trump, die offizielle Position ist eine andere: Das zuständige Ministerium teilte mit, dass man nichts unternehmen würde. Schließlich habe man sich mit Defense Distributed geeinigt. Immerhin: In Pennsylvania wird die Webseite der Organisation ab dem 1. August geblockt sein. Dafür sorgte der Generalstaatsanwalt des Bundestaates, der mit rechtlichen Konsequenzen gedroht hatte. Wie lange diese Drohkulisse hält, ist noch unklar.