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Venezuelas Präsident Maduro wurde offenbar Opfer einer Drohnenattacke

WIRED Staff 06.08.2018 Lesezeit 2 Min

Der kürzlich wiedergewählte Staatspräsident Nicolas Maduro hat einen Drohnenanschlag überlebt, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Bei einer öffentlichen Rede ist offenbar eine von zwei Drohnen in der Nähe des Präsidenten explodiert. Beweise für das Attentat gibt es bislang keine, Schuldzuweisungen dafür mehrere, sechs Menschen wurden bereits festgenommen.

Das vermeintliche Attentat fand bei einer Rede von Maduro statt, die er nach einer Militärparade hielt. Auf einem Video von der Ansprache ist zu sehen, wie der Präsident mitten in der Rede stoppt, nach oben schaut und daraufhin von seinen Bodyguards abgeschirmt wird. Danach schwenkt die Kamera zur Militärparade, wo etliche Menschen offenbar geschockt fliehen. Eine mit Sprengstoff beladene Drohne soll explodiert sein. Der Präsident blieb unverletzt aber einige Angehörige der Nationalgarde wären von Splittern getroffen worden.

„Das war einen Anschlag gegen die Person des Präsidenten“, hat Informationsminister Jorge Rodriguez im Fernsehen mitgeteilt. Im Mai war Maduro unter strittigen Umständen wiedergewählt worden. Die Opposition boykottierte diese von Maduro vorgezogenen Wahlen. Der Präsident soll zudem gezielt Wähler beeinflusst haben, in dem er vor den Wahllokalen beispielsweise Stände aufbaute, die mit Gewinnspielen lockten. Die UN und zahlreiche Einzelnationen kündigen bereits an, das Ergebnis nicht anzuerkennen.

Wohl nur ein Gasbehälter

Maduro selbst macht den kolumbianischen Präsident Juan Manuel Santos für das Attentat verantwortlich. Dieser habe zusammen mit Hintermännern aus den USA den Anschlag geplant. Sechs Tatverdächte wären bereits festgenommen worden. Die kolumbianische Regierung widersprach dem in einer öffentlichen Meldung. Auf Twitter meldeten sich hingegen die „Soldados de Franelas“ (auf deutsch: Flanellsoldaten) als verantwortlich für das Attentat. Die bislang unbekannte Gruppe gab an, wieder zu Frieden, Demokratie und sauberen Wahlen zurückkommen zu wollen.

Derzeit mehren sich die Zweifel an den Geschenissen. Experten fragen sich, ob es überhaupt einen Anschlag gegeben hat. Statt einer Drohne, so berichten unter anderem anonyme Feuerwehrleute, sei ein Gasbehälter in einer Wohnung in der Nähe explodiert. Das habe für einen lauten Knall und Rauch gesorgt. Die Umdeutung in einen Anschlag auf den Politiker solle für Angst in der Bevölkerung sorgen und Anlass geben, neue Gesetze und Vorschriften zu verabschieden, die Maduro noch mehr Macht geben.