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Der Batteriehersteller Varta will in Deutschland bald Akkus für E-Autos bauen

Michael Förtsch 20.11.2018 Lesezeit 2 Min

Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut will der deutsche Batteriehersteller Varta eine Produktionsstraße für E-Auto-Akkus aufbauen. Dabei geht es vor allem darum, besser und effizienter zu sein als die Konkurrenten aus Asien.

Heute stecken sie vor allem in vielen Fernbedienungen, Gaming-Controllern, Bluetooth-Kopfhörern und auch Hörgeräten: Batterien von Varta. Das deutsche Unternehmen stellt bereits seit 1887 Akkumulatoren her. In naher Zukunft sollen die dann auch in modernen Elektroautos landen. Dafür hat sich das Traditionsunternehmen mit dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung zusammengetan. Gemeinsam soll ab dem kommenden Jahr eine Fertigungslinie für großformatige Lithium-Ionen-Zellen konzipiert und aufgebaut werden. Entstehen soll die am Hauptsitz des Batterieherstellers in Ellwangen in Baden-Württemberg.

Bei der Zusammenarbeit von Varta und dem Fraunhofer Institut soll es sich aber nicht nur um ein zeitweiliges Forschungsprojekt handeln. Sondern, sollte die Fertigungsstrecke effektiv und kostendeckend arbeiten, soll möglichst bald auch aktiv für den Markt entwickelt und produziert werden. Dabei soll es auch schon einige mögliche Partner und Investoren geben, die auf die Wertarbeit des deutsche Unternehmens vertrauen. Darunter ist angeblich auch der US-Autobauer Ford. „Wir sprechen mit vielen Marktteilnehmer und evaluieren dann unsere Chancen“, hatte Varta-Chef Herbert Schein gesagt.

Besser als China?

Mit dem Projekt soll zuvorderst asiatischen Unternehmen wie CATL, A123 Systems, Panasonic, SK Innovation und LG Chem Konkurrenz gemacht werden, die derzeit zahlreiche Großaufträge von Autoherstellern – auch aus Deutschland – an Land ziehen. Erst im Juli war bekannt geworden, dass BMW dem chinesischen Batteriegiganten CATL einen Auftrag über vier Milliarde Euro für E-Auto-Batterien erteilt hat. Die Akkus sollen auch in einem Werk entstehen, das in Thüringen gebaut werden soll.

Varta hofft darauf, mit Hilfe des Fraunhofer Instituts besser und effizienter als die Wettbewerber aus Fernost zu werden. Unter anderem soll durch stetige Auswertung der Produktionsprozesse erforscht werden, wie ein möglichst niedriger Ausschuss bei der Zellherstellung erzielt werden kann – denn der liegt bei den meisten Großfertigern bei acht bis über zehn Prozent. Bezahlt werden soll die Initiative von Varta unter anderem mit dem Teil-Börsengang des Unternehmens im vergangenen Oktober, der 233 Millionen Euro in die Kassen fließen ließ. Dazu will Baden-Württemberg dieses und andere Projekte mit seinem Förderprogramm DigiBattPro4.0 mit acht Millionen Euro aus den eigenen Kassen und 30 Millionen Euro vom Bundesforschungsministeriums bezuschussen.

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