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Die US-Börsenaufsicht straft Prominente wegen Krypto-Werbung ab

WIRED Staff 30.11.2018 Lesezeit 3 Min

Die US-Börsenaufsicht hat den Boxer Floyd Mayweather und den Hip-Hop-Produzenten DJ Khaled wegen Werbung für Geschäfte mit Kryptowährungen bestraft. Beide hatten sich auf Social-Media-Kanälen für ein Initial Coin Offering stark gemacht, ohne offenzulegen, dass sie dafür bezahlt werden.

Das Unternehmen Centra Tech hatte im vergangenen Jahr bei einem Initial Coin Offering über 32 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das Start-up versprach, eine Kryptowährungskreditkarte auf den Markt zu bringen – mit Unterstützung von VISA. Wie sich herausstellte, war an den Plänen nicht viel dran und die Kooperation mit VISA eine Lüge – ebenso wie der angebliche Firmenleiter. Ein Grund für den Erfolg der Betrugsmasche war auch, dass das ICO von Prominenten auf Twitter und Instagram beworben worden war. Nämlich dem Profiboxer Floyd Mayweather und dem Rapper und Produzenten DJ Khaled. Nun wurde diesen eine Strafe aufgebrummt.

Mayweather muss 300.000 US-Dollar Bußgeld zahlen, DJ Khaled hingegen 100.000 US-Dollar. Ebenso müssen sie ihre Werbeeinahmen in Höhe von 300.000 und 50.000 US-Dollar abgeben, die Gerichtskosten tragen und dürfen für drei respektive zwei Jahre keine Wertpapiere oder ähnliche Investitionsmöglichkeiten bewerben. Die Strafe folgt nicht aus der Werbeaktionen selbst, sondern dass die beiden Prominenten nicht offengelegt hatten, dass sie für das dubiose Unternehmen und sein ICO werben und dafür bezahlt werden. Damit haben sie – ob vorsätzlich oder nicht – die Regularien für Wertpapier- und Investitionsprodukte der US-Börsenaufsicht verletzt.

ICOs sind immer ein Risiko

Sogenannte Initial Coin Offerings stehen bereits länger in der Kritik. Bei diesen tauschen Investoren teils große Beträge in Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether gegen Token einer zu startenden Kryptowährungen beziehungsweise eines Blockchain-Dienstes ein. Vor allem aufgrund fehlender Kontrollen und staatlicher Auflagen hatte es mehrere spektakuläre Betrugsfälle gegeben. Dazu ergaben Studien, dass mehr als die Hälfte der Firmen hinter ICOs mit ihren Geschäftsstrategien scheitern.

Mit dem derzeit gesunkenen Kurs der meisten Kryptowährungen scheint der Reiz für Investitionen momentan stark abgeflacht – und damit auch die Gefahr von allzu erfolgreichen Scams. Zuletzt hatte in Deutschland im Mai das Start-up Savedroid um Gründer und Firmenleiter Yassin Hankir für Aufregung gesorgt, da es genau so einen Betrugsfall vorgetäuscht hatte, um (nicht gerade erfolgreich) auf die Gefahren unlauterer Anlagen hinzuweisen. Später hat sich Hankir für die große Aufregung entschuldigt, die er und sein Team damit ausgelöst hatten.