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US-Behörden haben jetzt erstmals Bitcoin-Adressen auf eine schwarze Liste gesetzt

WIRED Staff 30.11.2018 Lesezeit 2 Min

Die US-Regierung hat erstmals zwei Bitcoin-Adressen auf seine schwarze Liste gesetzt, die es US-Bürgern verbietet, mit deren Eignern einen Handel zu treiben. Allerdings dürften die Betroffenen davon nicht wirklich Nachteile haben.

Selbst wenn Bitcoin derzeit einen Werteinbruch hinnehmen muss, ist die Kryptowährung doch immer noch die beliebteste digitale Devise, um damit illegale Gelder zu transferieren. Daher hat das Department of Treasury's Office of Foreign Asset Control – kurz OFAC –, das Sanktionen gegen ausländische Konten prüft und so vom US-Markt ausschließt, auch nun erstmals Bitcoin-Adressen auf eine schwarze Liste gesetzt. Auf der finden sich bislang vor allem Konten von Terroristen, Drogenkartellen und Firmen, die zur organisierten Kriminalität gezählt werden. Die beiden Bitcoin-Konten gehören hingegen zwei Männern, die mittels Ransomware über 7.000 Bitcoin-Transaktionen erzwungen und damit mehrere Millionen US-Dollar eingenommen haben.

Bereits im März 2018 hatte das OFAC angekündigt, künftig auch Bitcoin-Adressen auf seine Sperrliste zu setzen und damit symbolisch aufgezeigt, dass die US-Behörden nun auch diese Geldströme im Blick haben, die an normalen Banken vorbeifließen. Tatsächlich lassen sich Werttransfers in der Bitcoin-Blockchain vergleichsweise transparent nachvollziehen – vor allem, wenn der Inhaber einer Adresse einmal enttarnt worden war, sind nachfolgende Bewegungen sehr offensichtlich.

Trotz der Einträge auf der Sperrliste können die Betroffenen diese natürlich ungehindert weiter nutzen. Denn technisch hat die Sanktion keinerlei Einfluss auf das Bitcoin-Netzwerk. Aber offiziell ist es US-Bürgern nun „generell verboten, mit diesen zu handeln.“ Wollten die beiden Digitalerpresser beispielsweise bei Microsoft eine Windows-Lizenz, bei ExpressVPN einen VPN-Tunnel mit Bitcoin kaufen oder an Wikipedia spenden, müssten diese das Geld „ablehnen.“ Allerdings: Den Ransomware-Betrügern dürfte es freilich ein Leichtes sein, einfach weitere Bitcoin- oder andere Kryptowährungenskonten anzulegen und über diese dann Geschäfte zu betreiben.