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Untersuchung: 0 von 43 Blockchain-Projekten liefern Ergebnisse

WIRED Staff 03.12.2018 Lesezeit 2 Min

Ein Team von Forschern aus Entwicklungshilfeorganisation wollte wissen, ob sich die Blockchain-Technologie für den Einsatz in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit eignet – und welche Lehren sich aus bisherigen Projekten ziehen lassen. Sie untersuchten 43 Blockchain-Anwendungen. Doch sie fanden keine einzige, die Ergebnisse lieferte.

Kostenersparnisse von 90 Prozent, Vertrauen ohne einen teuren Notar, die dezentrale und sichere Dokumentation von Prozessen: Blockchain-Start-ups versprechen Investoren und potenziellen Kunden viel, auch denen aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Aber halten sie diese Versprechen auch? Ein Experten-Trio um John Burg von der amerikanischen Entwicklungshilfeorganisation USAID wollte genau das wissen, um Empfehlungen an internationale Organisationen abgeben zu können.

Per Suchmaschinen-Recherche im Netz stießen sie auf 43 passende Anwendungsfelder der Blockchain, die von Unternehmen vorgeschlagen und angeboten wurden. "Wir fanden eine Vielzahl von Pressemitteilungen, White Papers und überzeugend geschriebenen Artikeln", schreiben die drei Autoren in ihrem Bericht. Und fahren dann ziemlich ernüchtert fort: "Allerdings fanden wir keine Dokumentation oder Beweise dafür, dass die Blockchain die angekündigten Ergebnisse lieferte. Wir entdeckten auch keine Berichte über Erfahrungen oder praktischen Erkenntnisse, wie sie bei anderen, sich in der Entwicklung befindlichen Technologien üblicherweise vorliegen."

Besonders enttäuscht zeigten sich die drei Experten von der Art und Weise, wie die betroffenen Blockchain-Start-ups auf ihre Nachfragen per Mail und Telefon reagierten: nämlich gar nicht. Auch im direkten Kontakt konnten oder wollten sie dem Bericht zufolge keine Belege dafür liefern, dass sich die Blockchain-Technologie bei dem von ihnen vorgeschlagenen Anwendungsfällen wirklich bewährt hat. "Trotz all des Hype darüber, wie Blockchain nie geahnte Transparenz in Prozesse und Abläufe in Situationen mit geringem gegenseitigen Vertrauen bringt, ist die Branche selbst undurchsichtig", schreiben John Burg und seine Co-Autoren.