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The Ocean Cleanup ist bereit, die Weltmeere zu säubern

Michael Förtsch 28.08.2018 Lesezeit 3 Min

Ein junger Niederländer hat vor, die Weltmeere zu säubern. Dafür hat er ein riesiges System aus schwimmenden Schläuchen konstruiert, die vor allem Plastikdreck einfangen sollen. Im September soll die Reinigungsaktion beginnen.

Bereits im Alter von 16 Jahren begann Boyan Slat darüber zu grübeln, wie sich all der Müll aus den Ozeanen fischen ließe. Denn bei einem Tauchurlaub an der griechischen Küste, habe er mehr Plastiktüten als Fische im Wasser gesehen. Seine Lösung? Eine Barriere, die aus großen Schwimmröhren besteht und auf der Wasseroberfläche treiben soll. Von diesen hängen breite Vorgänge aus Filtern in die Tiefe. Während das Wasser durch sie hindurchfließt, würden sich Plastikteile, Tüten und alles andere, was nicht ins Meer gehört, darin verfangen. Für Fische und andere Meerestiere soll das System ungefährlich sein.

Mit seiner Start-up-Initiative The Ocean Cleanup hat Boyan Slat rund 27 Millionen Euro eingesammelt und gemeinsam mit Ingenieuren und Wissenschaftlern einen System 001 getauften Prototypen seiner Idee umgesetzt. Der 600 Meter lange Müllfänger soll nun am 8. September bei Alameda, Kalifornien ins Wasser gebracht werden. Das Ziel ist der 1.800 Kilometer von der Küste entfernte Great Pacific Garbage Patch. Gehen die Berechnungen auf, soll die Konstruktion bis zu fünf Tonnen an Abfall pro Monat einfangen.

Die Röhrenkonstruktion ist mit über 50 Sensoren, einer Kamera und zwei Funk- und GPS-Modulen ausgestattet, die es teilautonom machen sollen. Es überwacht sich selbst, seine Position, das Wetter und meldet an das Hauptquartier in Rotterdam, wenn es Probleme gibt oder der Filter voll ist und gesäubert werden muss.

Sollte das System 001 wirklich Erfolg haben, das ist der Plan von Boyan Slat, sollen irgendwann bis zu 60 derartiger Filtersysteme, die bis zu zwei Kilometer lang sein können, über die Weltmeere schwimmen. Mit ihnen könnte sich binnen fünf Jahren 50 Prozent des Mülls aus den Ozeanen holen lassen – und bis 2040 vielleicht sogar 90 Prozent. Eben jene Abfälle sollen dann aber nicht einfach auf einer Deponie laden, sondern möglichst weiter verwertet werden.

Auf der Tech Open Air in Berlin haben wir Boyan Slat gesprochen und wie The Ocean Cleanup entstand.