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Nein, niemand nutzt Alexa, um einzukaufen

WIRED Staff 07.08.2018 Lesezeit 3 Min

Mit seiner digitalen Heimassistentin Alexa hat es Amazon in viele Wohnzimmer geschafft. Allerdings wird die in Smartspeaker wie Echo und Sonos One integrierte KI nicht so genutzt, wie sich das Amazon dachte. Denn kaum jemand will mit Alexa einzukaufen.

Man muss es Amazon zugestehen, eigentlich klingt es recht logisch: Bring einen intelligenten Lautsprecher in die Wohnzimmer der Menschen, der auf Sprachbefehl hin alle möglichen Aufgaben erfüllt. Wenn sie sich daran gewöhnt haben, werden sie ihn ganz beiläufig nutzen, um einzukaufen – auch Dinge, die sie sonst nicht bestellen würden. Um das zu erreichen, gibt Amazon zahlreichen Drittherstellern Zugang zu Alexa und verkauft seine eigenen Lautsprecher vergleichsweise günstig. Aber offenbar geht diese Formel nicht auf.

Nahezu 50 Millionen mit Alexa bestückte Geräte – darunter sind auch Tablets, Smartphones und Notebooks – sollen mittlerweile weltweit in Wohnungen stehen und liegen: Aber nur zwei Prozent von deren Besitzern nutzten sie im bisherigen Jahr, um zu shoppen, wie The Information von Quellen erfahren haben will, die mit Amazons internen Statistiken vertraut sind.

Von diesen zwei Prozent sollen ganze 90 Prozent nur ein einziges Mal über Alexa eingekauft haben – und danach nie wieder. Stattdessen würde Alexa genutzt, um Informationen zu suchen, das Wetter abzufragen, den Wecker zu stellen oder um Musik abzuspielen. Der Grund? Das Einkaufen über KI-Assistenten wie Alexa ist bisher wohl noch schlichtweg zu umständlich und unattraktiv.

Der Nutzer muss seine Suche oftmals konkretisieren, der Bestellsuche widersprechen und vielfach nachprüfen, ob das, was er ausgewählt hat, nun wirklich auch ist, was er möchte. Das geht über Apps oder die Internetseite ungleich schneller und stressfreier. Echte Spontankäufe auf Zuruf sind dadurch bisher kaum möglich.

Für Amazon könnte das durchaus ein Problem sein. Denn der günstige Preis der Echo-Geräte sollte sich vor allem durch den Geldfluss amortisieren, der durch Einkäufe über eben jene erzeugt wird. Der scheint aber derzeit quasi nicht vorhanden.

Dennoch dürfte Amazon seine Strategie weiterverfolgen. Denn die Fähigkeiten von Heimassistenten entwickeln sich durchaus weiter und damit vielleicht die Möglichkeit für Alexa, doch noch eine profunde Verkäuferin zu werden. Und wenn nicht, sollte das Amazon nicht zu sehr schmerzen. Denn derzeit ist das Unternehmen finanziell flexibel genug, um nötigenfalls neue Nutzungsoptionen für Alexa zu erforschen.