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Starlink: SpaceX darf über 7000 weitere Satelliten starten

WIRED Staff 16.11.2018 Lesezeit 3 Min

Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat dem Antrag von SpaceX stattgegeben, 7518 weitere Satelliten ins All zu schießen. Damit ist das Starlink-Projekt, mit dem SpaceX die Erde vom Orbit aus mit Internetzugang versorgen will, offiziell genehmigt. Elon Musks Raumfahrtunternehmen will dafür ein Netz aus insgesamt 12.000 Satelliten aufbauen.

Das Ziel von Starlink ist, konstanten Zugriff auf das Internet aus dem Orbit zu bieten. Die einzelnen Satelliten sollen sich dabei so bewegen, dass auf jedem Ort der Erde stets ein Satellit im Blickfeld ist. Das soll auch entlegenen Gegenden Zugriff aufs Internet ermöglichen. Für die Entwicklung des Projekts sind Kosten in Höhe von rund 10 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Wenn der Zeitplan von SpaceX aufgeht, soll Starlink Mitte der 2020er Jahre betriebsbereit sein, wie unter anderem The Verge berichtet.

Um Verzögerungszeiten bei der Datenübertragung zu minimieren, sollen die Satelliten in einem erdnahen Orbit stationiert werden. Ursprünglich war es der Plan, sie auf einer Höhe von 1110 bis 1325 Kilometern fliegen zu lassen. Dies wurde jedoch angepasst. Die jetzt bewilligten Erdtrabanten sollen in einer Entfernung von 335 bis 346 Kilometern ihren Dienst aufnehmen. Die übrigen 4425 Satelliten, die bereits im März genehmigt wurden, werden in einen etwas höheren Orbit geschossen.

Die Zustimmung der amerikanischen Behörde ist jedoch an eine Bedingung geknüpft. So muss die Hälfte der zugelassenen Satelliten innerhalb der nächsten sechs Jahre gestartet werden – das sind 6000 Satelliten bis 2024. Aktuell befinden sich nur zwei Testsatelliten von SpaceX im All. Die ersten Satelliten für das Starlink-Projekt sollen 2019 starten. Um die Bedingung der FCC zu erfüllen, muss das Raumfahrtunternehmen ab dann im Schnitt 1000 Satelliten pro Jahr ins All schießen – eine Aufgabe, die ohne die wiederverwertbaren Raketen von SpaceX wirtschaftlich kaum möglich wäre.

Angesichts solcher Massen an Satelliten überarbeitet die FCC derzeit ihre Richtlinien, um Kollisionen im Weltall auszuschließen. So könnten Satellitenbetreiber bald dazu verpflichtet werden, Satelliten aus dem Orbit zu holen. Eine Studie der NASA geht davon aus, dass fast alle Satelliten in sehr großen Konstallationen wie Starlink nach Ablauf ihrer Lebensdauer von etwa fünf Jahren wieder entfernt werden müssten, um die Umlaufbahnen nicht zu vermüllen. Sonst seien niedrige Orbits bald kein sicherer Ort für Raumschiffe mehr.