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Das sind die Astronauten, die mit SpaceX ins All fliegen

WIRED Staff 03.08.2018 Lesezeit 3 Min

Bislang war die NASA immer noch von Russland abhängig, wenn es darum ging, Astronauten zur Internationalen Raumstation zu bringen. Das könnte sich jedoch bald ändern: Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX plant, bereits im nächsten Jahr Menschen transportieren zu können. Wer mitfliegt, das hat die NASA nun bekanntgegeben.

Schon 2014 hatte die NASA SpaceX 2,6 Milliarden US-Dollar zugesichert, sollte die Firma ein Raumschiff bauen können, mit dem Astronauten in den Orbit gebracht werden können. Boeing hingegen wurden sogar 4,2 Milliarden US-Dollar zugesagt. Beide Projekte hatten allerdings ihre ursprünglich geplanten Launch-Termine wieder und wieder verschoben. Nun verkündete SpaceX allerdings neue Informationen zum kommenden Start seiner Dragon-V2-Kapsel – oder Crew Dragon –, wie das Raumschiff heißt.

Im November diesen Jahres soll ein erster unbemannter Testflug starten. Sollte dieser erfolgreich sein, steht einem ersten bemannten Flug im April 2019 nichts mehr im Wege. Bei Boeing sieht es nicht ganz so gut aus: Der Luft- und Raumfahrtkonzern musste ein neues Testprogramm für seinen CST-100 Starliner veröffentlichen. Demnach wird diese Kapsel nicht mehr in diesem Monat, sondern erst Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres seinen unbemannten Premierenflug haben. Der Crew-Test soll dann Mitte 2019 folgen

Das sind die Astronauten

Am Freitag hat die NASA angekündigt, wer die Astronauten sein werden, die mit der SpaceX- und Starliner-Kapsel fliegen werden. Das sind bei der Dragon-V2-Kapsel Doug Hurley und Bob Behnken – beides langjährige NASA-Raumfahrtveteranen. Die ersten an Bord des Starliner sind hingegen die NASA-Experten Eric Boe und Nicole Aunapu Mann. Wobei Boeing auch einen eigenen bemannten Testflug mit Chris Ferguson, einem Ex-NASA-Astronauten, plant.

Nach den Jungfernflügen mit Personen an Bord folgen dann die Zertifizierungsprozesse der NASA. Erst wenn die Raumschiffe von der Behörde zugelassen sind, können sie im Regelbetrieb Astronauten zur ISS transportieren. Dabei werden das bei SpaceX zunächst Victor Glover und Mike Hopkins sein. Den ersten Flug nach der Prüfung bei Boeing sollen Josh Cassada und Sunita Williams absolvieren. Abseits der NASA-Mitarbeiter werden jedoch auch Astronauten der NASA-Partner wie der ESA an den Operativflügen teilnehmen. Wer das bei der Premiere sein wird, das steht bisher aber noch nicht fest.

Es könnte knapp werden

Auch wenn die geplanten Tests greifbar nahe sind, könnte dies jedoch trotzdem ein Problem darstellen. Der Kooperationsvertrag der NASA, durch den amerikanische Astronauten mit Sojus Raumschiffen zur ISS gebracht wurden, läuft nämlich schon im November 2018 aus –pro Platz bezahlt die NASA hier derzeit bis zu 80 Millionen US-Dollar. Heißt: Die NASA könnte vorläufig den personellen Kontakt zur Raumstation verlieren – vor allem, wenn die Tests und Zertifizierungsprosse nicht wie geplant laufen könnten. Eine Lösung steht hier noch aus.

Die finanziellen Ressourcen, die die NASA zukünftig spart, sollen unter anderem für ambitionierte Programme wie das Space Launch System und das Deep Space Gateway genutzt werden. Bei ersterem handelt es sich um eine neuartige Trägerrakete, die vor allem zum Abschuss schwerer Raumsonden gedacht ist. Das Deep Space Gateway soll hingegen eine Raumstation darstellen, die zwischen Mond und Erde platziert werden soll. Sie soll als Zwischenstopp für Mars- und Mondmissionen herhalten.