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SpaceX darf als erstes Astronauten ins All bringen

Michael Förtsch 30.07.2018 Lesezeit 2 Min

Die NASA hat derzeit kein eigenes Raumschiff um Astronauten ins All zu bringen. Stattdessen sollen SpaceX und Boeing die Kapseln für kommende Missionen bereitstellen. Am Freitag will die NASA bekannt geben, wer die ersten Astronauten in den Dragon- und Starliner-Raumschiffen sein werden.

Zukünftig sollen SpaceX und Boeing die Astronauten der NASA in eigenen Raumkapseln zur Internationalen Raumstation und auch wieder zur Erde bringen. Beide stritten darum, den prestigeträchtigen Premierenflug für sich zu verbuchen: Es wäre schließlich das erste Mal, dass ein kommerzielles Unternehmen mit eigener Ausrüstung einen bemannten Flug bewältigt. Am Freitag will die NASA nun bekannt geben, wer die Astronauten auf den Jungfernflügen sein werden und auch welche Mission sie zu erfüllen haben. In einem Livestram auf Youtube – gegen 17 Uhr hiesiger Zeit – werden sich die Astronauten vorstellen und anschließend an einer Frage-Antwort-Runde auf Reddit teilnehmen.

Wie es scheint, wird SpaceX mit seiner Dragon-V2-Kapsel dem Starliner von Boeing zuvorkommen. Dessen erster Start könnte bereits am 17. Januar kommenden Jahres stattfinden. Der des Starliners wohl frühestens Ende 2019. Beide Unternehmen hatten immer wieder mit Vorzögerungen und technischen Herausforderungen zu kämpfen.

Ein Drache im All

SpaceX' Dragon-Kapsel war bereits mehrfach genutzt worden, um Materialnachschub zur ISS zu liefern und hat sich als technisch zuverlässig erwiesen. Die Dragon V2 – oder auch Crew Dragon – für den bemannten Flug ist eine direkte Weiterentwicklung und soll sieben Passagiere fassen. Erst vor zwei Wochen war die Kapsel nach Tests durch NASA-Ingenieure nach Cape Canaveral geliefert worden. Denn vor der ersten bemannten Mission soll sie einen unbemannten Testflug zur Raumstation unternehmen. Der wird voraussichtlich am 16. September stattfinden.

Boeing hatte bei der Entwicklung des Starliner zuletzt einige Rückschläge. Bei Tests des Notfalltriebwerks war unter anderem ein Leck in der Treibstoffversorgung entdeckt worden. Das könnte beim Auftreten bei realen Flügen katastrophale Folgen haben. Das hat die Zeitpläne des Luft- und Raumfahrtkonzerns um Monate zurückgeworfen. Dennoch sollen noch in diesem Jahr mehrere eigene Probeläufe und Testflüge durchgeführt werden.