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Ein Start-up will mit Windkraft Bitcoin schürfen

WIRED Staff 05.09.2018 Lesezeit 2 Min

Das Start-up Soluna will groß in das Geschäft mit Kryptowährungen einsteigen – aber dabei total öko sein. Denn die Firmengründer möchten einen Windpark in Marokko aufbauen, der den Strom für die Mining-Rechner liefert.

Eigentlich klang die Idee ganz sinnig und nachvollziehbar, die Satoshi Nakamoto in Bitcoin integriert hatte. Jeder, der sich an der Verifizierung der Transaktionen und damit dem Fortbestehen und der Integrität der Blockchain beteiligt, soll dafür belohnt werden – und zwar mit der Ausschüttung neuer Digitalmünzen. Zahlreiche der mittlerweile über 1.900 weiteren Kryptowährungen haben das Modell übernommen. Doch das führte dazu, dass sich nebst einzelnen Personen seit Jahren auch Unternehmen und Verbände darauf spezialisiert haben, Bitcoin, Ether und andere Digitalwährungen zu schürfen – um Profit zu machen. Deren Rechenzentren verbrauchen mittlerweile fast 0,5 Prozent des weltweiten Stroms – der zu Teilen immer noch aus Kohle, Erdgas und Öl gewonnen wird.

Das Start-up Soluna will das zumindest im Kleinen ändern und möchte seine Bitcoin ganz klimaneutral schürfen. Bei Dakhla, Marokko hat das Unternehmen dafür ein Wüstenareal von 15.000 Hektar gekauft – eine Fläche, in der der Englische Garten in München gut 40 Mal hineinpassen würde. Bis 2025 soll dort eine riesige Kaskade von Windkraftanlagen entstehen, die 900 Megawatt an Leistung bringen soll. Verantwortlich für die Planung und den Aufbau ist die deutsche Altus AG, die bereits mehrere Windparks in Deutschland hochgezogen hat.

Im ersten Aufbauschritt sollen für 100 Millionen US-Dollar Anlagen aufgestellt werden, die ein kleines Rechenzentrum mit 35 Megawatt versorgen können. Hierdurch soll das Mining-Geschäft anlaufen und erste Bitcoin, Ether und andere Kryptowährungen fließen – die dann in den weiteren Ausbau gesteckt werden. Zudem sollen Rechenkapazitäten für Blockchain-Projekte vermietet und überschüssiger Strom im Land selbst verkauft werden.

Auch andere Unternehmen arbeiten an ökologischen Lösungen, um dem Energieverbrauch von Kryptowährungen Herr zu werden: So nutzt etwa das österreichische Startup HydroMiner die Kraft von Wasserkraftwerken, um Ether, Bitcoin und zCash zu schürfen.