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Snapchat verliert drei Millionen tägliche Nutzer

WIRED Staff 08.08.2018 Lesezeit 2 Min

Die Social Media Plattform hat bei den aktuellen Quartalszahlen zwar ein Plus bei den Einnahmen verzeichnet, die Nutzerzahlen gingen jedoch, entgegen der Erwartungen, erstmals nach unten.

Die Einnahmen von Snap, der Firma hinter Snapchat, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf 262 Millionen US-Dollar. Zwar läuft das Unternehmen immer noch mit einem Verlust von 353 Millionen US-Dollar, konnte diesen allerdings im letzten Jahr um 20 Prozent senken. Dies könnte allerdings auch durch die Finanzspritze von Prinz Alwaleed Talalbegünstigt worden sein, der für 250 Millionen US-Dollar 2,3 Prozent Anteile von Snap Inc. erhielt.

Allerdings sehen die Nutzerzahlen von Snapchat weniger rosig aus. Im Vergleich zum vorherigen Quartal sank die Zahl der täglichen Nutzer von 191 auf 188 Millionen. In den Bereichen Nord-Amerika, Europa sowie im Rest der Welt verlor Snapchat je eine Million täglicher Nutzer. Analysten hatten hingegen mit einen minimalen Nutzeranstieg gerechnet.

Snapchat reiht sich mit den neusten Zahlen jedoch in eine Reihe von Social-Media-Unternehmen ein, deren Nutzerzahlen sich nicht so entwickeln wie vorgestellt. So führten die Quartalszahlen von Facebook zu einem Rekord-Kurseinbruch der Aktie. Die Aktie verlor um fast 19 Prozent als direkte Reaktion auf die letzten Zahlen. Der Börsenwert der Firma sank mit einem Schlag um etwa 120 Milliarden US-Dollar, hat sich mittlerweile allerdings wieder stabilisiert. Unklar ist, worin der Rückgang der Nutzerzahlen begründet ist.

Snap-CEO Evan Spiegel führt es etwa auf das Redesign der Snapchat-App im Februar zurück. Dieses kam bei den Nutzern der App nicht gut an und sorgte für massive Kritik. Daher wurden im Mai einige Änderungen rückgängig gemacht. Ein weiterer Grund könnte jedoch auch sein, dass Experten von einer Sättigung der Social-Media-Landschaft ausgehen, weswegen diese Angebote nicht mehr so stark genutzt werden. Dies könnte im Zusammenhang mit dem Missbrauch von sensiblen Nutzerdaten, wie etwa bei Facebook, für eine zunehmende Zurückhaltung bei den Nutzern sorgen.