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Projekt Jedi: Google beteiligt sich nicht an Milliardenprojekt des US-Verteidigungsministeriums

WIRED Staff 09.10.2018 Lesezeit 2 Min

Im Rahmen des Projekts Joint Enterprise Defense Infrastructure, kurz Jedi, sollen Daten des US-Verteidigungsministeriums auf Cloud-Server übertragen werden, die von Privatunternehmen betrieben werden. Ein Milliardengeschäft. Doch nachdem sich viele Mitarbeiter von Google gegen Beteiligungen an militärischen Projekten ausgesprochen hatten, nimmt der Konzern nicht an der Ausschreibung teil.

Wenige Tage vor dem Ende der Ausschreibung für Project Jedi hat Google angekündigt, sich nicht daran zu beteiligen. Auch ohne das Motto „Don't be evil“ sieht die Firmenführung es nicht als gegeben an, dass in dem Projekt die eigenen Regeln für den Einsatz von Künstliche Intelligenz eingehalten werden, schreibt unter anderem Golem. An Teillösungen wäre Google zwar interessiert gewesen, die Regierung wolle nun aber einen Anbieter für die Gesamtlösung.

Der mögliche Milliardenauftrag würde dem Unternehmen vermutlich auch zu viel Ärger mit der eigenen Belegschaft bringen, die sich im Sommer gegen die Nutzung von Google-KI für das US-Militärprojekt Maven ausgesprochen hatte. Googles KI sollte bei der Objekterkennung von Drohnenaufnahmen mithelfen und somit die Fähigkeiten des Pentagons in der autonomen Kriegsführung voranbringen. Viele Angestellte des Konzerns protestierten scharf dagegen, dass ihr Arbeitgeber in die Rüstungsbranche vordringt. Die Firmenleitung sah sich somit gezwungen, das Projekt mit dessen Ablauf 2019 einzustellen.

Googles Regeln für Künstliche Intelligenz sind ein direktes Resultat aus den Mitarbeiterprotesten und sollen dafür sorgen, dass Google selbst, aber auch andere Akteure, verantwortungsvoll mit maschineller Intelligenz arbeiten. Anders als bei Asimovs drei Gesetzen der Robotik sind es bei Google sieben Regeln, nach denen KI entwickelt werden sollte. Allen voran steht dabei, dass sie der Gesellschaft Gutes bringen muss. Die Regeln sind zwar nicht besonders präzise formuliert und erlauben Spielraum. Auf den Konflikt mit den eigenen Angestellten, den ein neuer Auftrag aus dem Verteidigungsministerium bringen würde, will sich Google aber offenbar dennoch nicht einlassen.