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Neuer Supercomputer zur Simulation des Gehirns ist einsatzbereit

WIRED Staff 05.11.2018 Lesezeit 2 Min

Nach zwölf Jahren Vorbereitungszeit wurde nun der SpiNNaker-Supercomputer an der University of Manchester in Betrieb genommen. Das Besondere: Die Funktionsweise des Rechners gleicht mehr einem menschlichen Gehirn als der üblichen Arbeitsweise eines Computers. Dadurch sollen Simulationen möglich sein, die bislang unerforschte Geheimnisse des Gehirns lüften könnten.

Nach mehr als einem Jahrzehnt Bauzeit ist jetzt ein neuer Supercomputer einsatzbereit, mit dem die University of Manchester das menschliche Gehirn simulieren will. Der SpiNNaker-Computer (kurz für Spiking Neural Network Architecture) besteht aus einer Million Prozessoren, die 200 Billionen Aktionen pro Sekunde ausführen können. Damit kann der Rechner mehr biologische Neuronen modellieren als jeder andere Computer der Welt. Mit dem Supercomputer soll die Funktionsweise des menschlichen Gehirns entschlüsselt werden, wie unter anderem der Independent berichtet.

Anders als bei klassischen Computern, die große Informationsmengen von einem Punkt zum anderen senden, verschickt SpiNNaker kleinere Informationspakete an tausende verschiedene Punkte gleichzeitig. So simuliert der neuen Supercomputer die parallele Kommunikationsinfrastruktur des menschlichen Gehirns. Der Bau des Rechners an der University of Manchester hat insgesamt zwölf Jahren gedauert und 15 Millionen Pfund (rund 17 Millionen Euro) gekostet.

An das gesamte menschliche Gehirn reicht der Supercomputer jedoch nicht heran: Es enthält 100 Milliarden Neuronen, die durch eine Quadrillion Synapsen verbunden sind. Deshalb werden mit SpiNNaker lediglich einzelne Gehirnareale nachempfunden. Diese Simulationen können jedoch bei der Analyse von Krankheiten wie Parkinson helfen, die nur bestimmte Areale des Gehirns betreffen. Das Langzeitziel der Forscher ist es, eine Milliarde Neuronen in Echtzeit zu simulieren.

Durch die Rechenkraft sind großangelegte Simulationen möglich, die bislang nicht durchführbar waren. Zudem kann SpiNNaker auch an den KI-Roboter SpOmnibot angeschlossen werden, der an der Technischen Universität München entwickelt wurde. SpiNNaker dient dabei als eine Art künstliches Gehirn in der Cloud, was es Entwicklern ermöglicht, große neuronale Netzwerke in kleine mobile Roboter zu integrieren.