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Nach Gerichtsurteil: Erster Bitcoin-Automat in Deutschland aufgestellt

Ben Hartlmaier 01.11.2018 Lesezeit 2 Min

Nach einem Urteil des Berliner Kammergerichts, wonach der Handel mit Bitcoin nicht länger strafbar ist, hat ein Casinobetreiber in München den ersten Bitcoin-Wechselautomaten Deutschlands aufgestellt. Ob er bleiben darf, ist jedoch fraglich.

Der erste Bitcoin-Automat Deutschlands, an dem die Kryptowährung gegen Euro gekauft werden kann, kommt aus Österreich. Der Betreiber eines Spielcasinos am Frankfurter Ring in München hat in Reaktion auf ein Urteil des Berliner Kammergerichts einen Automaten des Wiener Herstellers Orderbob aufgestellt, meldet t3n.de. Nach dem Richterspruch ist der gewerbliche Handel mit Bitcoin in Deutschland nicht länger strafbar, da Bitcoin kein Finanzinstrument im Sinne des Kreditwirtschaftsgesetzes sei. Bislang war dafür eine Genehmigung der Bankenaufsichtsbehörde BaFin nötig.

Wer an dem Automaten Euro in Bitcoin wechseln möchte, muss jedoch auf die Anonymität der Kryptowährung verzichten: Für den Tausch ist nicht nur ein Bitcoin-Wallet Voraussetzung, sondern auch die Registrierung am Automaten mit Name und Geburtsdatum. Überprüft werden die Daten durch einen Scan des Personalausweises. Außerdem werden am Münchner Automaten fünf Prozent Verkaufsprovision fällig. Anders ist das in Österreich, wo Orderbob bereits mehrere Automaten aufgestellt hat: Dort können anonym bis zu 500 Euro in Bitcoin gewechselt werden, wie Krypto Monitor schreibt. Wie der Kauf von Bitcoin am Automaten funktioniert, erklärt der österreichische Radiomoderator Edi Finger junior im Video des Anbieters.

Ob der Automat am Frankfurter Ring in München dauerhaft betrieben werden kann, ist jedoch unklar: Nach dem Urteil des Berliner Gerichts hatte sich die BaFin unbeeindruckt gezeigt und erklärt, dass sie vorerst nichts an ihrem Verfahren ändern wolle. Der Erlaubnisvorbehalt beim Handel mit Bitcoin bleibe nach Ansicht der Behörde bestehen