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Muji entwickelt einen freundlichen Selbstfahr-Bus für Finnland

Michael Förtsch 05.11.2018 Lesezeit 2 Min

Die für Minimalismus bekannte Lifestyle-Kette Muji hat sich mit einem finnischen Selbstfahr-Start-up zusammengetan. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen einen kleinen Bus, der für alle Wetterlagen gerüstet sein soll.

In Deutschland ist Muji immer noch eine Ausnahmeerscheinung. Lediglich in sechs Städten – darunter München, Berlin und Hamburg – sind die japanischen Läden vertreten. Weltweit und allem voran in ihrem Heimatland ist die japanische Einrichtungs- und Lifestyle-Kette jedoch eine Institution was Design, Interieur und Minimalismus angeht. Jetzt will das Unternehmen, das unter anderem mit Designern wie Naoto Fukasawa, Sam Hecht und James Irvine zusammengearbeitet hat, aber auch in die Mobilitätindustrie einsteigen. Gemeinsam mit dem finnischen Start-up Sensible 4 arbeitet Muji nämlich an einem selbstfahrenden Shuttle-Bus.

Der kleine Bus soll den Namen Gacha tragen und bereits 2020 einsatzbereit sein. Basierend auf der Designphilosophie von Muji würde er besonders simpel und mit klaren Linien gestaltet. Ein schwarzer Dachbereich setzt auf eine weißgraue Wanne auf. Dazu kommen schmale LED-Leisten, die im Dach die Bus-Linie mit Start- und Zielort angeben. In mittlerer Höhe verläuft rund um den gesamten Bus zudem ein LED-Band, das die Fahrgäste begrüßt oder auch Fußgängern und Radfahrern mitteilen kann, dass sie die Straße sicher überqueren können.

In kleinen Aussparungen werden Sensoren und Lidar eingelassen, die das Fahrzeug die Umgebung erkennen lassen. Der Innenraum ist ebenso klar gestaltet: Blau eingekleidete Sitzbänke, Haltestangen und Bildschirme, die die Reiseinformationen präsentieren. Dadurch soll der kleine Bus nicht nur schnörkellos und praktisch, sondern auch freundlich, aufgeregt und ruhig wirken. Wobei sich eine Ähnlichkeit mit dem EZ10 von EasyMile nicht verleugnen lässt.

Ein autonomer Bus für das Hinterland

Geht es nach der finnischen Firma Sensible 4, die ihre Selbstfahr-Technologie mit umgerüsteten Renault-Twizy-Fahrzeugen erprobt, gehe es beim Gacha darum, einen autonomen Bus zu schaffen, der bei wirklich allein Wetterlagen zuverlässig funktioniert. Denn anders als Uber, Waymo, Drive.ai und andere Unternehmen, hat Sensible 4 auch mit Dauerschneefall, Temperaturen von unter minus 20 Grad, Frost, vereisten Straßen und anderen Unwägbarkeiten zu tun – und hofft damit, der Konkurrenz hier voraus zu sein.

Verläuft die Entwicklung nach Plan, wird der kleine Bus dann in zwei Jahren in den finnischen Städten Espoo, Vantaa und Hämeenlinna zur Probefahrt antreten. Letztlich sollen die Busse vor allem in eher ländlichen Regionen eingesetzt werden. Denn dort würde aufgrund des Wegzugs der jüngeren Bevölkerung, zunehmender Überalterung und folgender Ausdünnung der Infrastruktur der stärkste Bedarf nach autonomer Mobilität bestehen.