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Mit Hilfe aus China: Äthiopien schickt ersten Satelliten ins All

WIRED Staff 26.11.2018 Lesezeit 2 Min

Äthiopien will seinen ersten Satelliten ins All schießen. Der Start soll aus Kostengründen allerdings in China erfolgen und ist auf den September 2019 terminiert.

2016 gründete Äthiopien an der Universität der Hauptstadt in Addis Abeba das Ethiopian Space Science and Technology Institute (ESSTI). Bereits im kommenden Jahr soll der dort entwickelte erste eigene Satellit des Landes ins All geschossen werden. Das Weltraumprojekt des ostafrikanischen Landes entsteht in enger Zusammenarbeit mit China. Die Kosten für Entwicklung und Bau des Satelliten betragen acht Millionen US-Dollar, wovon das Reich der Mitte sechs Millionen finanziert, schreibt The Next Web unter Berufung auf iAfrikan.

Die Schulungen des Personals sowie den Start ins All, der für September 2019 geplant ist, übernimmt ebenfalls China. Die Hauptverantwortung des Projekts soll jedoch in äthiopischer Hand liegen: „Der Satellit wird von China aus gestartet, während sich die Kontroll- und Kommandostelle in Äthiopien befinden wird“, sagte Dr. Solomon Belay Tessema, Generaldirektor des ESSTI. Mit dem Satelliten will Äthiopien vor allem seine Möglichkeiten zur Wetterbeobachtung verbessern.

Die Kooperation ist ein weiterer Schritt der chinesischen Investitionsstrategie in Afrika. Neben der Verlagerung billiger Arbeitskräfte auf den Kontinent investiert China dort seit Jahren massiv in die Infrastruktur. Äthiopien gilt dabei als einer der Investitionsschwerpunkte: Dort hat China in der Vergangenheit eine elektrifizierte Eisenbahnlinie, sowie einen Flughafen und eine S-Bahn in der Hauptstadt Addis Abeba bauen lassen.

Mit dem Projekt des ersten eigenen Satelliten folgt Äthiopien anderen afrikanischen Staaten wie etwa Südafrika, Ghana, Algerien oder Ägypten. Erst im Mai 2018 hatte Kenia einen Nano-Satelliten von Japan aus ins All geschossen. Der nur zehn Zentimeter große Apparat soll Daten zur Erdoberfläche liefern und zu Audio-Übertragungen dienen.