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Microsoft rüstet US-Armee mit Augmented-Reality-Brille HoloLens aus

WIRED Staff 29.11.2018 Lesezeit 2 Min

Das US-Militär will für 480 Millionen US-Dollar mehr als 100.000 Kampfversionen des Augmented-Reality-Headsets HoloLens von Microsoft bestellen. Damit will die US-Armee ihre Schlagkraft in Kampfeinsätzen erhöhen.

Microsoft hat von der US-Armee einen Auftrag über die Lieferung von Augmented-Reality-Systemen im Wert von 480 Millionen US-Dollar erhalten. Laut der Armee sollen die speziell angepassten HoloLens-Brillen in Kampfeinsätzen und in der Ausbildung verwendet werden. Laut US-Regierung soll mit der neuen Technologie die Schlagkraft der Truppe erhöht werden, indem sie die Fähigkeit einzelner Soldaten verbessert, Feinde zu erkennen und zu bekämpfen.

Ein Microsoft-Sprecher gab gegenüber Bloomberg an, dass Augmented Reality dabei helfen soll, die Truppen mit mehr und besseren Informationen zu versorgen. Das neue Projekt solle außerdem die Zusammenarbeit zwischen dem US-Verteidigungsministerium und Microsoft weiter stärken. Bereits zuvor wurden AR-Systeme sowohl von der U.S. Army als auch vom israelischen Militär genutzt, allerdings ausschließlich für Übungszwecke. Die Nutzung in Kampfeinsätzen wäre ein Novum.

Die Kampfversion der HoloLens soll Gehirnerschütterungen erkennen

Die für die Armee gedachten Prototypen der HoloLens unterscheiden sich deutlich von dem Modell für zivile Anwender. Die U.S. Army verlangte in der ursprünglichen Ausschreibung, dass die gesuchte Hardware unter anderem Nachtsicht sowie eine Wärmebildkamera enthalten sollte. Außerdem soll die Brille Vitalzeichen wie Atmung und Konzentration messen und Gehirnerschütterungen erkennen können.

Microsoft muss nun innerhalb von zwei Jahren zunächst 2500 Geräte liefern. Sollte das klappen, will die Armee insgesamt über 100.000 HoloLens-Systeme bestellen. Neben Microsoft hatte sich abseits von klassischen Rüstungskonzernen wie Booz Allen Hamilton und Lockheed Martin auch das AR-Startup Magic Leap um das Projekt beworben.

Allerdings gibt es bei Microsoft interne Kritik an einer Kooperation mit dem Militär. In Zusammenhang mit der Ausschreibung eines Militär-Cloud-Projektes veröffentlichten Mitarbeiter einen Blogpost, in dem sie ihren Arbeitgeber dazu aufforderten, sich nicht darum zu bewerben. Microsofts Chefjustiziar und President, Brad Smith, gab zu Protokoll, dass Angestellte mit ethischen Problemen gerne in für sie unbedenkliche Bereiche des Unternehmens wechseln dürfen.