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Mercedes hat ein Fahrzeug erdacht, das sich verwandeln kann

WIRED Staff 11.09.2018 Lesezeit 2 Min

Der Stuttgarter Automobilhersteller Mercedes-Benz hat ein Mobilitätskonzept vorgestellt, das den Personen- und Gütertransport revolutionieren soll. Kern der Idee ist ein elektrisches Fahrwerk, das je nach Bedarf, mit einem entsprechenden Modul bestückt werden kann.

Weltweit wird mit Hochdruck an autonomen Verkehrslösungen geforscht. Bis selbstfahrende Autos aber die Straßen komplett beherrschen, werden laut Expertenschätzungen noch mindestens 15 Jahre vergehen. Der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz hat jetzt verdeutlicht, dass er diese Entwicklung kräftig mitgestalten und antreiben will. Nämlich mit seinem Vision Urbanetic getauften Mobilitätskonzept. Das ist sowohl mutig, radikal als auch clever – selbst wenn das Design durchaus streitbar ist.

Die Basis der Vision Urbanetic sollen flache Modulschlitten darstellen – Autonomous driving platforms, wie Mercedes sie nennt –, die mit Rädern, Elektromotoren, Batterien und Sensoren für volle Autonomie bestückt sind. Die 5,1 Meter langen und 3,7 Meter breiten Vehikel sollen verschiedenste Aufbauten tragen können, die einfach hineingeschoben und eingeklinkt werden. Darunter sind beispielsweise ein Van-Modul, das für den Transport von Frachtgütern und Paketen taugt oder auch ein Bus-Modul, durch das der Schlitten zum fahrenden Konferenz- und Wohnzimmer wird.

Ein Fahrzeug, das fast alles sein kann

Durch das Mercedes-Konzept soll der urbane Raum von nicht benötigten und dauervakanten Fahrzeugen befreit werden. Denn je nachdem, welches Vehikel gerade benötigt wird, wird ein nicht benutztes Fahrzeug durch den Austausch der Aufsteckkabine vom einen zu anderen. In den Morgen- und Abendstunden würden beispielsweise automatisch mehr Personentransporter bereitgestellt – in der Nacht hingegen Logistikfahrzeuge, die Waren anliefern. Geordert werden soll ein Fahrzeug einfach durch eine UBER-artige App.

Welches Fahrzeug das eigene ist, soll sich auf großen Displays zeigen, die vorne und hinten an den Schlitten verbaut sind. Die würden auch genutzt, um mit Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren – um etwa anzuzeigen, dass sie gefahrlos die Straßen überqueren können.

Dass die Vision Urbanetic so umgesetzt wird, wie sie Mercedes-Benz derzeit propagiert, ist äußerst zweifelhaft. Aber durchaus könnten modulare Fahrzeugsysteme ein Teil der zukünftigen Verkehrsinfrastruktur sein – insbesondere, wenn Städte in den kommenden Jahrzehnten entlastet werden sollen. Auch eine intelligente und selbstlernende IT-Infrastruktur wie sie die Vision Urbanetic integrieren soll, um Staus und schleichenden Verkehr zu vermeiden, ist denkbar und wünschenswert.