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Lyft: Selbstfahrende Autos sollen dank 3D-Karten wissen, wo sie sind

WIRED Staff 24.10.2018 Lesezeit 2 Min

Der Uber-Konkurrent Lyft hat einen Ford Focus zum autonomen Auto umgerüstet. Dazu hat das Unternehmen ein britisches Start-up aufgekauft, das 3D-Karten mit Smartphone-Aufnahmen generieren will. Die sollen den Fahrzeugen helfen, festzustellen, wo sie eigentlich sind.

Lyft ist der größte Konkurrent von Uber – zumindest in Nordamerika. Jedoch hat sich das Start-up bisher arg zurückgehalten, was Details über sein Programm für selbstfahrende Fahrzeuge angeht. Eher still und leise hat die 300 Köpfe starke Lyft-Forschungs- und Entwicklungsabteilung Level 5 Engineering Center in Palo Alto, Kalifornien und München vor sich hin geforscht, die im vergangenen Jahr offiziell gegründet worden war. Nun hat das Team seinen neuen selbstfahrenden Prototyp vorgestellt, einen umgerüsteten Hybrid-Ford-Focus.

Der Wagen fällt vor allem durch einen vergleichsweise kompakten Dachaufbau auf, der offenkundig vier Stereo-Kamera-Sets als auch ein aufgesetztes Lidar umfasst. Ebenso verfügt der Wagen noch an der Front über je einen kleinen Sensorarm pro Seite und zusätzliche Nahbereichradar-Sensoren, die im Heck verbaut wurden. Damit wirkt die Umrüstung des Lyft-Wagens im Vergleich mit den wuchtigen Aufbauten der Apple-, Drive.ai-, Waymo- und auch Uber-Fahrzeuge erstaunlich dezent. Wobei unsicher ist, wieweit das Forschungsteam bei der Entwicklung der Software ist.

3D-Karten sollen bei der Navigation helfen

Erst kürzlich hat, wie nun angekündigt wurde, Lyft das 2016 gegründete Start-up Blue Vision Labs aufgekauft. Das Londoner Team arbeitet an „kollaborativen Augmented-Reality-Erfahrungen“, die es erlauben, reale Orte mit über das Smartphone oder AR-Brille eingeblendeten Wertungen und Kommentaren zu versehen oder darin Videospiele zuspielen. Dazu arbeitet das Team an einer Technik, um mit einfachen Smartphone-Kameras im Crowdsourcing-Verfahren 3D-Karten von Städten zu generieren. Dafür muss das Telefon theoretisch nur hinter die Frontscheibe des Wagens gespannt werden. Die entstehenden Pläne können genutzt werden, um Selbstfahrsysteme zu trainieren und können Fahrzeugen helfen, „auf den Zentimeter genau“ festzustellen, wo sie sich gerade befinden.

Insgesamt soll das Ridesharing-Unternehmen 72 Millionen US-Dollar für das britische 40-Mann-Team gezahlt haben und verspricht Bonus-Zahlungen für zukünftige Entwicklungserfolge. Wie Luc Vincent, der einstige Miterfinder von Google Maps und Co-Leiter von Level 5, sagt, könne die Technik von Blue Vision die eigene Selbstfahr-Initiative beschleunigen. Dazu soll das Team aufgestockt und zum britischen Forschungszentrum von Lyft werden. Bisher ist Lyft noch nicht in Europa aktiv – aber das soll sich in Zukunft ändern.