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Konkurrenz für Twitter? Diese App macht Gruppen-Chats öffentlich

Elisabeth Oberndorfer 20.06.2016 Lesezeit 2 Min

Der Macher der Set-Top-Box Boxee widmet sich mit seinem neuen Startup dem Messaging-Trend – und findet dafür einen neuen Ansatz, der Twitter Konkurrenz machen könnte.

Irgendwo zwischen der Unübersichtlichkeit von Twitter und der Privatsphäre von Messaging-Apps versucht Avnen Ronen, eine Marktlücke zu finden. Vor einigen Tagen ging der Gründer des Startups hinter der vernetzten TV-Box Boxee, das vor zwei Jahren an Samsung verkauft wurde, mit seiner neuen Idee an den Start: Public ist eine iOS- und Web-App, die Chat-Diskussionen zwischen Freunden, Promis und Experten öffentlich einsehbar macht.

Public lässt Gruppen von Usern zu vordefinierten Themen diskutieren und jeweils ein Publikum mitlesen. Die Gesprächsthemen sollen von Sport über Literatur bis zu „Game of Thrones“ reichen. Die Unterhaltungen können in Echtzeit mitverfolgt oder später nachgelesen werden. Mitdiskutieren darf nur, wer für einen Chat zugelassen wird. Nutzer können sich um die Teilnahme bewerben und kommentieren oder Fragen stellen. Die Dialoge können in Websites eingebettet oder auf Twitter und Facebook geteilt werden.

„Ich glaube, dass Messaging nach Radio und Fernsehen die dritte Form des Rundfunks wird“, erklärt Ronen seine Idee gegenüber Variety. Als Launch-Partner hat Public das Multi-Channel-Netzwerk Fullscreen ins Boot geholt. Die Produktionsfirma lässt etwa Teilnehmer der Reality-Show „Summer Break“ über die App kommunizieren.

Der Ansatz von Public ist allerdings nicht ganz neu. Ein Ex-Twitter-Manager hat vor einigen Monaten mit Talkshow eine ähnliche App veröffentlicht. Für Twitter könnten Apps wie Public und Talkshow eine große Konkurrenz sein. Konversationen zwischen Experten sind auf Twitter schwer nachzuvollziehen sind und werden oft von Trollen gestört. Ronen will mit Public herausfinden, ob öffentliche Gruppen-Chats in Zukunft vielleicht wie Podcasts oder Late-Night-Talkshows konsumiert werden.

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