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Kasachstan wählt erstmals die Falcon 9 über eine russische Rakete

WIRED Staff 07.11.2018 Lesezeit 2 Min

Im kasachischen Baikonur starten seit den 1950er Jahren russische Raketen. Zwei neue Satelliten der kasachischen Regierung werden allerdings aus den USA ins All geschickt: Für KazSaySat und KazistiSat hat das Land beschlossen, eine Falcon 9 von SpaceX als Transportrakete zu verwenden. Das hat vor allem Kostengründe.

Die beiden kasachischen Satelliten werden Teil einer Massenmission, die Ende November in den USA an Bord einer Falcon 9 in einen niedrigen Erdorbit starten soll: Der Vermittlungsdienst Spaceflight Industries hat den gesamten Flug bei SpaceX gekauft und bringt mehr als 70 Satelliten von 35 verschiedenen Endkunden an Bord. Darunter sind laut Ars Technica immerhin 15 Mikrosatelliten und 49 CubeSats, was den Start zur zahlenmäßig größten Weltraummission der Geschichte der US-amerikanischen Raumfahrt macht.

Wie der Pressesprecher des kasachischen Ministeriums für Verteidigung und die Raumfahrtindustrie, Aset Nurkenov, sagte, ist der Grund für die Nutzung einer Falcon 9 die Kostenersparnis. Zwar wäre ein Start der eigenen Satelliten von kasachischem Boden wünschenswert, wo auch russische Soyus- und Protonraketen abheben, der erste kommerzielle Vertrag läuft aber über die Vandenberg Air Force Base in Kalifornien.

Langfristig kann sich Kasachstan offenbar eine Partnerschaft mit SpaceX vorstellen, die auch einen Startplatz für die Falcon 9 nach Baikonur holt. Dies könnte den Konkurrenzdruck noch einmal erhöhen, den das US-Unternehmen auf die russische kommerzielle Raumfahrt ausübt: In den letzten Jahren hat SpaceX es nämlich geschafft, sowohl günstiger als auch zuverlässiger kommerzielle Nutzlast ins All zu befördern. Einzig den Transport von Astronauten hat das Unternehmen noch nicht parat — allerdings haben in dieser Woche Tests der NASA mit der SpaceX-Raumkapsel Crew Dragon und den dazugehörigen Fluganzügen begonnen.