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Jemand hat dem SpotMini-Roboter menschliche Arme verpasst – und das ist echt gruselig

Michael Förtsch 28.11.2018 Lesezeit 3 Min

Die Roboter des Unternehmens Boston Dynamics taugen schon jetzt für manch Science-Fiction-Dystopie. Aber was ein Start-up nun mit einem SpotMini angestellt hat, das ist perfekter Stoff für einen Horror-Albtraum. Denn Youbionic hat dem kleinen Roboter menschliche Arme angebaut.

Natürlich ist bei den Videos, die Boston Dynamics von seinen Robotern zeigt, nicht immer alles so, wie es scheint. Die Fehlschläge werden herausgeschnitten und die Menschen, die vielleicht mit einem Laptop und Steuersoftware hinter der Kamera stehen, sind nicht zu sehen. Dennoch ist es beeindruckend und manchmal auch schon unheimlich, was die mechanischen Wesen für Fähigkeiten demonstrieren. Nicht zuletzt der Hunde-Roboter SpotMini. Richtig gruselig wird der jedoch erst, wenn man ihm statt einem Greifarm humanoide Arme und Hände verpasst.

Tatsächlich hat genau das nun das Start-up Youbionic getan. Das italienische Unternehmen forscht an bionischen – also von der Natur inspirierten – Prothesen und Roboter-Installationen. Die sollen es Fabrikarbeitern in Zukunft erlauben, mit Leichtigkeit schwere Kisten zu heben, durch einen Unfall verlorene Gliedmaßen ersetzen oder auch Fließbandroboter befähigen, menschliche Handgriffe auszuführen. Mit Youbionic One hat das Unternehmen aber auch einen ganzen Robo-Oberkörper samt Armen geschaffen, der nun eben auf den Boston-Dynamics-Roboter geschnallt worden war.

Gruselige Hände ohne Funktion

Mit dem humanoiden Roboter-Korpus gleicht der SpotMini einem Zentaur, den Pferde-Mensch-Hybriden aus der griechischen Mythologie. Und das schaut tatsächlich bizarr und auch schaurig aus. Sonderlich viel anstellen kann der SpotMini mit den beiden Armen und Händen aber nicht – noch nicht. Denen fehlt es nämlich an einer passenden Elektronik und Steuersoftware. Denn bislang verkauft Youbionic lediglich die über vier Jahre hinweg verfeinerten 3D-Druck-Daten, die die Kunden dann anpassen, ausrüsten und nach den eigenen Wünschen ausbauen können.

Tatsächlich könnten Besitzer des SpotMini, der im kommenden Jahr kaufbar werden soll, diesen also mit dem menschlichen Oberkörper und den Armen ausstatten und mit einer passenden Soft- und Hardware zum Leben erwecken. Dann könnte der kleine Roboter vielleicht nicht nur Türen öffnen, die Spülmaschinen bestücken, sondern auch Wäsche falten, mit dem echten Hund vor die Tür gehen, das Essen auf den Tisch bringen – oder das Haus mit einer Schrotflinte bewachen und seinen Besitzer im Schlaf erwürgen. Wer weiß, was mit etwas Nachhilfe oder einer Fehlfunktion so alles möglich ist.