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Blue Origin: Jeff Bezos will 2019 Touristen ins All bringen

WIRED Staff 16.10.2018 Lesezeit 2 Min

Noch im kommenden Jahr sollen erste zahlende Fluggäste mit einer Rakete vom Typ New Shepard einen Ausflug in den erdnahen Weltraum machen. Ein Tag Training soll neben der nötigen Menge Geld alles sein, was die Kandidaten für den Kurztrip ins All benötigen.

Geht es nach Amazon-CEO Jeff Bezos, soll sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin bereits 2019 die erste "touristische Mission" mit seinem Raumschiff New Shepard fliegen, berichtet Recode. Wie Bezos am Montag mitteilte, hatte er ursprünglich sogar gehofft, bereits 2018 erste Touristen ins All schicken zu können. Das Vorhaben solle jedoch kein Wettrennen [mit Konkurrenten wie SpaceX oder Virgin Galactic, Anm. d. Red.] werden. SpaceX hatte vor etwa vier Wochen angekündigt, im Jahr 2023 einen Touristen um den Mond zu schießen, Virgin Galactic will den kommerziellen Betrieb sogar noch dieses Jahr aufnehmen.

Die New Shepard, Blue Origins wiederverwendbare Rakete für suborbitale Flüge, soll Platz für sechs zahlende Fluggäste bieten und autonom fliegen. Sicherheit stehe dabei an erster Stelle: „Ich möchte, dass dies das sicherste Raumfahrzeug in der Geschichte der Raumfahrzeuge wird“, sagte Bezos. Mitarbeiter des Unternehmens sollen bei den touristischen Missionen nicht an Bord sein. Die Amateurastronauten sollen auf ihrem Flug mehrere Minuten Schwerelosigkeit erleben können, bevor die Kapsel zur Erde zurückfällt und an Fallschirmen landet. Laut Bezos sollen ein bis zwei Tage Vorbereitung auf den Flug reichen: „Ich versuche es allerdings auf einen Tag zu reduzieren. Ich glaube nicht, dass man dafür zwei Tage Training braucht.“ Einen Preis hat der Milliardär bislang nicht angegeben.

Blue Origin ist nicht nur damit beschäftigt, seine wiederverwendbare Rakete für den suborbitalen Flug mit Touristen zu entwickeln, sondern arbeitet für die US-Regierung auch an Möglichkeiten des Satellitentransports. Entsprechende Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium hat Blue Origin bereits abgeschlossen. In Anspielung auf die in letzter Zeit aufkommenden Querelen anderer Tech-Unternehmen, deren Belegschaften nicht für das Militär arbeiten wollten, sagte Bezos: „Wenn die großen Tech-Unternehmen dem US-Verteidigungsministerium den Rücken zukehren, wird dieses Land Probleme bekommen.“